Rundreise durch Skandinavien: Unsere Erfahrungen beim Roadtrip durch Schweden & Norwegen

4 Wochen Familienurlaub in Skandinavien mit dem Auto: Von Rostock bis nach Schweden, um dann die meiste Zeit in Norwegen zu verbringen. Über Dänemark geht es wieder zurück nach Hamburg. Auf familienurlaub.eu erfahrt ihr alles über unsere Route, bekommt Tipps und könnt in unsere Skandinavien-Erfahrungen eintauchen und euch inspirieren lassen.

Ist ein Roadtrip in Skandinavien mit Kindern eine gute Wahl?

Die Sommerferien stehen an, das Bedürfnis nach Freiheit ist wie jedes Jahr groß, doch dieses Mal ist etwas anders: Wir haben nichts gebucht, sondern möchten spontan in die Ferien starten. Der Grund dafür ist einfach: Corona. Aber auch ohne eine weltweit laufende Pandemie schränkt uns das Leben mit Schulkind in unserer Reisefreiheit inzwischen ein.

Eigentlich sind wir spontane Menschen, möchten unsere Reiseziele nach den Gegebenheiten vor Ort (Wetter, Politik, Lust & Laune) anpassen und somit einen Urlaub gern kurzfristig planen. Als sich in den Fängen der Schulpflicht befindende Eltern haben wir die Erfahrung gemacht, dass die Spontanität mit den Schulferien, besonders im August, flöten geht. Mit Skandinavien finden wir hingegen unser Schlupfloch für einen spontanen Roadtrip durch den Norden. Deswegen sind gerade Norwegen und Schweden mit Kindern immer ein gutes Ziel.

Stavanger
Stavanger - © familienurlaub.eu

Spontan mit dem Auto nach Skandinavien in der Hauptsaison ist möglich!

Die nordischen Länder sind riesig, die Möglichkeiten vielfältig und Unterkünfte wie gemütliche Husets (einfache, aber deswegen nicht weniger gemütliche Ferienhäuser in Norwegen) oder weitläufige Campingplätze bieten auch Spontanurlaubern in der Hauptsaison oft noch ein Plätzchen für die ganze Familie.

Wenn ihr dazu mit eurem Campervan anreist, kommt ihr zudem in den Genuss des erlaubten Wildcampings, was in den meisten nordischen Ländern gestattet ist. Das einzige, was ihr auf eurer Skandinavien-Rundreise mit dem Auto vorab im Auge behalten solltet, ist die Buchung der Fähre. Wir haben unsere Fähre von Rostock nach Trelleborg ca. 1 Woche vor Reiseantritt im August gebucht und einen der letzten Plätze ergattert. Wer sich für die Öresundbrücke entscheidet, die Dänemark mit Schweden verbindet, kann ohne Fähre nach Schweden bzw. Norwegen reisen und umgeht somit eine möglicherweise überfüllte Fährüberfahrt.

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Ab zum Strand. Das geht auch in Norwegen - © familienurlaub.eu

Das Wetter ist nicht immer dein Feind in Skandinavien

Sommer, Sonne, Sonnenschein und das möglichst viel und um Gottes Willen kein Regen! Die meisten möchten für ihren Sommerurlaub eine Schönwettergarantie, um sich von den Strapazen des Alltags zu erholen. Badeurlaub in Skandinavien? Das verbinden wohl die wenigsten mit den Ländern des Nordens. Aber: Die schwedischen Inseln wie Öland, Gotland in der Ostsee, aber auch die großen Seen wie der schwedische Vätternsee oder die dänische Naturschönheit Læsø locken mit sonnenreichen Tagen und Badewetter mit ca. 20-22 Grad Wassertemperatur!

Nicht selten werden in Schweden und Dänemark Temperaturen von bis zu 30 Grad im Sommer erreicht, lediglich Norwegen zeigt sich etwas bedeckter. Auch wenn an manchen Orten Norwegens das Thermometer nicht über die 15 Grad hinauskommt, sorgen dennoch an sonnigen Tagen die eiskalten Fjorde für erfrischenden Badespaß mit Mutprobenfaktor.

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Und spielt das Wetter nicht so mit, dann bieten zahlreiche Husets mit Meerblick das beste Setting für euren Spieleabend - © familienurlaub.eu

Mehr Familienfreundlichkeit geht kaum!

Schweden, Norwegen und Co sind äußerst familienfreundliche Länder – dies gilt nicht nur für die Bewohner des Landes selbst, sondern auch für ihre Besucher. In kaum einem anderen Land haben wir so viel geballte Familienfreundlichkeit erlebt wie hier und das zeigt sich auch in der Infrastruktur des Landes. So haben wir nicht wenige Familien mit vier Kindern beobachtet, die in Cafés und Restaurants mit einer Selbstverständlichkeit bedient werden und auch überall Platz finden.

Eine Spielecke für den Nachwuchs, kinderfreundliche Menüs und auch Preise sind hier der Status quo. Die zahlreichen Museen und Bibliotheken, die es als tolle Schlechtwetteridee in den Städten Skandinaviens zu entdecken gilt, bieten stets etwas für kleine und auch große Kids, sodass ihr Großen in Ruhe stöbern und entdecken könnt. Die Infrastruktur der öffentlichen Verkehrsmitteln ist hervorragend, für Kinder ist die Mitfahrt sehr oft gratis.

Familienfreundlichkeit wird auch in den Hotels, auf den Campingplätzen und in den Ferienhäusern groß geschrieben. Egal, wo wir nächtigten, es gab immer etwas für die Kleinen – sei es eine Spielbox mit Lego, Brettspielen oder Büchern, oder sogar ein gesamtes Spielzimmer mit Indoor-Spielmöbeln. So wussten wir stets, dass wir als Familie willkommen sind.

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Recycling: Spielplatz auf dem Gebiet des alten Flughafens - © familienurlaub.eu

Eine Skandinavien-Rundreise selbst planen?

Wir sind keine Freunde von Urlaubspaketen, sondern stellen unsere Reiserouten am liebsten auf eigene Faust zusammen. Wenn wir eine Rundreise selbst planen, können wir auf unsere individuellen Bedürfnisse eingehen und ggf. Anpassungen vornehmen, wenn etwas doch nicht passen sollte. So fühlen wir uns freier und flexibler. Damit stand also von Anfang an fest, dass wir unsere Skandinavien-Rundreise selbst planen werden.

In wohl kaum einem anderen Fleckchen auf dieser Erde ist dies auch so leicht machbar, denn mit Englisch kommt man wirklich überall weiter und die Skandinaver zeigen sich stets hilfsbereit und offen gegenüber Reisenden. Sei es eine einfache Auskunft nach dem Weg, ein Problem mit dem Leihwagen oder ein Geheimtipp für die nächste Familienwanderung – sprachliche Barrieren gibt es kaum (sofern die eigenen Englischkenntnisse nicht zu sehr eingerostet sind) und Tipps bzw. Hilfe werden immer bereitgestellt. Außerdem gibt es auch an den abgelegensten Orten Touristencenter, die euch kostenfreie Infos rund um eure Skandinavien-Rundreise zur Verfügung stellen.

Blind auf eigene Faust losfahren, oder im Detail alles vorab planen? Beides ist möglich, die erste Variante ist in Skandinavien sogar ohne große Hürden machbar, denn die möglichen Probleme vor Ort sind immer zu lösen.

Eine Mischlösung ist wohl die ideale Form für eure Reiseplanung mit Kind in Skandinavien: Sucht euch die für euch wichtigsten Punkte des Familienurlaubs in Skandinavien aus und lasst zwischen den Stopps genügend Zeit, um dann hier und da an einem Ort länger zu bleiben, wenn es euch mal besonders gut gefallen sollte. So haben wir nur in den größeren Städten Übernachtungen einige Tage vorab gebucht (Malmö, Göteborg, Oslo, Bergen und Stavanger), den Rest haben wir vor Ort spontan geplant, um je nach Gefallen und Wetter unsere Reise anzupassen.

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Picknickplätzchen in Kungsbacka - © familienurlaub.eu

Wann ist die beste Reisezeit für eine Skandinavien-Rundreise?

Für eine wetterfreundliche Rundreise durch Skandinavien (z. B. mit dem Wohnmobil) eignet sich natürlich besonders der späte Frühling bzw. Sommer. Auch uns hat es in dieser Zeit nach Skandinavien gezogen, da wir an die Sommerferien gebunden sind und eine möglichst lange und damit unbeschwerte Zeit für unseren Roadtrip zu Verfügung haben wollten.

Wer noch die Badesaison in Schweden oder Dänemark mitnehmen möchte, sollte dafür den Juli und August nutzen, einen skandinavischen Wanderurlaub kann man von April/Mai bis Oktober problemlos planen – zu heiß wird es hier so gut wie nie ;-).

familienurlaub.eu-Tipp: Polarlichter lassen sich ab Ende September bis in den späten März hinein entdecken, in dieser Zeit wird es früh dunkel und erst spät hell. Nicht selten liegt im Norden schon bzw. noch Schnee, ein Roadtrip sollte also an dieser Stelle doch etwas mehr geplant werden.

Skandinavien-Rundreise mit dem Auto – Infos, Tipps & Tricks

Auch wenn eine Rundreise durch Skandinavien ohne große Stolpersteine machbar ist, macht es dennoch Sinn, sich vorab mit den Straßen-, Maut– und Fährverhältnissen vertraut zu machen.

Maut in Skandinavien

  • Maut in Schweden: Hier gibt es nur eine tages- und monatsabhängige City-Maut für Göteborg und Stockholm, die Autobahnen sind mautfrei. Bei vielen Brücken wird ebenfalls eine Gebühr fällig, wenn ihr diese überqueren möchtet.
  • Maut in Norwegen: Auf den meisten Straßen, Tunneln, Brücken und Städten gibt es eine Mautpflicht. Die Preise fallen unterschiedlich aus – je nach Größe einer Stadt z. B..
  • Maut in Dänemark: keine Maut fällig (nur die Öresundbrücke nach Schweden ist kostenpflichtig).
  • Maut in Finnland: keine Maut fällig.

Wie Maut in Norwegen & Schweden bezahlen?

In Schweden und Norwegen müssen die Mautgebühren sowie auch die Gebühren für die meisten Fähren nicht vor Ort bezahlt werden, sondern die Fahrzeughalter werden über das Fotografieren/Scannen des Nummernschildes ausfindig gemacht.

  • Wie Maut in Schweden bezahlen?: Vor bzw. während der Reise solltet ihr euch auf EPASS24 anmelden und ein Autopay-Konto anlegen, die Gebühren werden dann automatisch von eurem Konto abgebucht, alternativ werden die Rechnungen euch nach der Reise zugeschickt.
  • Wie Maut in Norwegen bezahlen?: Die Bezahlung der Maut wird ebenfalls über EPASS24 abgewickelt – mit dem Einrichten eines Kontos auf https://www.epass24.com/de/ könnt ihr ebenfalls ein Autopay-Konto anlegen.

familienurlaub.eu-Tipp: Wer sich nicht auf EPASS24 registriert, bekommt die Rechnungen (mit einer extra Gebühr) an die Adresse gesendet, wo das Auto gemeldet wurde – aufgepasst also bei Mietwagen und Co. Hier solltet ihr euer vorab erstelltes Konto auf EPASS24 nach Ende eurer Reise unbedingt wieder kündigen, damit ihr nur die Gebühren zahlt, die ihr auch wirklich verursacht habt.

Währungen in Skandinavien – Wie ist der Wechselkurs in Schweden, Norwegen & Dänemark?

Obwohl Schweden und Dänemark zur EU gehören, hat jedes Land seine eigene Währung behalten. So gibt es in Schweden (SEK) und in Dänemark (DKK) Kronen. Auch Island (IKK) und Norwegen (NOK) haben Kronen als Währung. Einen guten, aktuellen Überblick zum Wechselkurs gibt es auf https://www.nordeuropa-reisen.de/wechselkurse/wechselkurse.html.

Wie bezahlen in Skandinavien?

Selbst an den kleinsten Wochenmarktständen können sogar kleine Beträge mit Debit– und Kreditkarte gezahlt werden. Diese Erfahrung haben wir in Schweden und in Norwegen gemacht. So haben wir unsere komplette Zeit in Norwegen kein einziges Mal Bargeld in der Hand gehalten, in Schweden war es jedes Mal unnötig. Das Aufsuchen einer Wechselstube ist damit auch überflüssig, zum Teil kann in Bankfilialen nicht einmal mehr Geld abgehoben oder eingezahlt werden.

Roadtrip Skandinavien – was mitnehmen?

  • Die Kleidung macht das Wetter! Mal 10 Grad und Nieselregen, mal 30 Grad Sonne satt – selbst der Sommer bringt in Skandinavien die ein oder andere Überraschung mit sich. Somit ist besonders auf einer Rundreise die richtige Kleidungswahl obligatorisch. Regensachen, wasserdichte Schuhe, eine Windjacke, aber auch nicht zu vergessen die Badesachen, kurze Kleidung und eine Kopfbedeckung als Sonnenschutz sind wichtig, um jeden Tag unabhängig vom Wetter nutzen zu können.
  • Sonnencreme! Ja richtig, die Sonne scheint hier besonders in Sommer (was für eine Info ;-)) viel und vor allem lange. Rot verbrannte Rücken haben wir auch hier gesichtet.
  • Das liebe Thema Schweden und Mücken… Auch uns wurde vor Abreise von zahlreichen Mücken, vor allem in Schweden, berichtet und da wir schon die ein oder andere Erinnerung an von Mücken geplagte Urlaube mit uns tragen, trieb uns dieses Thema natürlich auch um. So soll besonders Nordschweden in den Sommermonaten bis in den September hinein der Mücken-Hotspot sein. Hier prägen tiefe Wälder und Sumpfgebiete das Land – ein ideales Brutgebiet für die lästigen Zeitgenossen der Urlauber. An der Ostsee soll es hingegen mückenärmer zugehen, da der Wind und die salzige Luft nicht das bevorzugte Wohngebiet der Mücken sind. Wir waren nur an der Küste unterwegs und hatten somit nirgends Probleme mit Mücken. So konnten wir auch abends draußen essen, ohne von Mücken vertrieben zu werden. In Norwegen hatten wir auch keinerlei Probleme mit den Plagegeistern.
  • Fahrräder: Wenn möglich, nehmt die Drahtesel mit! Nirgends sind wir im Urlaub so viel Rad gefahren wie in Schweden, Norwegen & Co. Ein super ausgebautes Fahrradnetz, kostenlose Aufpumpstationen, Fahrradampeln und und und…
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Vorsicht ! Elch im Straßenverkehr! - © Ivars Krutainis

Verkehrsregeln ins Skandinavien

Licht (Abblendlicht) an! In allen skandinavischen Ländern gilt eine Lichtpflicht, auch wenn ihr tagsüber mit dem Auto unterwegs seid. Wer ohne Licht fährt, muss in Norwegen bspw. mit einem Bußgeld von 200 € rechnen.

Die Warnwestenpflicht gilt in Norwegen, in Schweden und Dänemark wird eine Warnweste empfohlen. Warndreieck und ein Verbandskasten sind jedoch in allen skandinavischen Ländern als Ausrüstung im Auto obligatorisch.

Geschwindigkeitsbegrenzung 

  • Schweden: Innerorts 50 km/h (in vielen Wohngebieten 30 km/h, außerorts 70 oder 90 km/h, Autobahnen 90 bzw. 110 km/h
  • Norwegen: Innerorts 50 km/h, außerorts 80 km/h, Autobahnen 90 bzw. 100 km/h
  • Dänemark: Innerorts 50 km/h, außerorts 80 km/h, Autobahnen 90 bzw. 130 km/h

Achtung Elch! Wildwechsel-Warnschilder sollten immer beachtet werden, eine Begegnung mit Elch oder Rentier in der Dämmerung ist in Schweden, Norwegen und Co keine Seltenheit.

Promillegrenze Skandinavien Auto-Rundreise:

  • Schweden: 0,2
  • Norwegen: 0,2
  • Dänemark: 0,5
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© Jonas Jacobsson

Unsere Skandinavien-Rundreise: Route

Naiver geht es wohl kaum! Unser ursprünglicher Plan war es, bis zum Nordkapp zu fahren – und zwar aus dem Süden von Deutschland und wieder zurück – das jedoch in maximal vier Wochen. Berechnet man auf Google Maps die Route, so scheint dieser Weg machbar. Die Realität zeigt jedoch etwas ganz anderes: Norwegens Fjorde offenbaren zwar wunderbar ausgebaute Straßensysteme, die meisten sind jedoch durch Fähren und nicht – wie von uns gedacht – mit Brücken untereinander verbunden. Auf die hochmodernen Elektrofähren gilt es an den vielen kleinen (Halb-)Inselchen zu warten, sodass aus 80 km schnell gefühlte 800 km werden.

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Traumziel Lofoten bleibt für uns vorerst ein Traum - © Vidar Nordli-Mathisen

Den romantischen Plan, von Bergen über die Lofoten bis zum Nordkap in zwei Wochen und wieder zurück zu fahren, haben wir schnell verworfen. Die Zeit war dann doch zu knapp und der Weg nach Hause viel zu weit. 

Unsere endgültige Reiseroute bestand somit aus einer Woche Schweden, knapp 3 Wochen Norwegen und durch Dänemark zurück.

Was hätten wir im Nachhinein gern anders geplant? Hätten wir mehr Zeit mitgebracht, wären wir noch gern mehr ins schwedische Inland gefahren und hätten Dänemark am Ende mehr ausgereizt. Auch kamen die zahlreichen möglichen Wanderungen in Norwegen zu kurz, da der Kleinste der Familie eben nicht immer sehr lauflustig war. 

familienurlaub.eu-Tipp: Keine vier Wochen Zeit? Unser Tipp für eine kürzere Skandinavien-Rundreise

Die Route Kopenhagen (DK) – Malmö (SE) – Göteborg (SE) – Oslo (NO) – Kristiansand (NO) und dann wieder zurück nach Dänemark mit der Fähre lässt sich auch wunderbar in 2 Wochen erleben. Wer weitere Ziele ansteuern möchte, sollte unbedingt mehr Zeit einplanen.

Für unsere nächste Skandinavien-Rundreise möchten wir daher statt 4 Wochen am besten gleich 6 Wochen einplanen. Auch haben wir uns öfters gefragt, ob es nicht Sinn macht, an einem nördlichen Punkt einzusteigen, wenn man – so wie wir – die Lofoten gern besichtigen möchte. Möglich wäre z. B. Trondheim als Startpunkt, um von dort den Norden zu bereisen.

In den nächsten Abschnitten möchten wir euch kurz und knackig unsere Route vorstellen, die wie folgt aussah:

Strandwanderung Åkrehamn
Strandwanderung Åkrehamn - © familienurlaub.eu

Unsere Stationen der Skandinavien-Rundreise im Überblick

Wenn ihr gern einen Spot unserer Reise vertiefen möchtet, haben wir für euch in unseren Detailseiten zu den Städten und Regionen unsere Erfahrungen dieser Reise etwas ausführlicher beschrieben. Klickt doch einfach rein, die Seiten sind verlinkt.

1. Teil: Von Rostock nach Trelleborg & Malmö

Wir verlassen Deutschland mit der Fähre vom Rostocker Hafen nach Trelleborg – eine beliebte, viel befahrene Strecke für Fährverbindungen von Deutschland nach Schweden. Bis zu viermal täglich fährt Stena Line Autos, Wohnmobile, Fahrradfahrer (zahlreiche Radreisende sichten wir), Biker und auch Fußgänger nach Trelleborg. Die Fahrt dauert ca. 6-8 Stunden, je nachdem, ob man eine Tagfahrt (6h) oder eine Nachtfahrt (8h) gebucht hat. 

Fähre Schweden Deutschland
Mit der Fähre von Rostock über Trelleborg nach Malmö - © familienurlaub.eu

Wir starten am Nachmittag, 1 Stunde vor Abfahrt reihen wir unseren VW Bus in die lange Schlange, die Fähre scheint gut gebucht zu sein. Eine Kabine für uns 4 buchen wir nicht, so gibt es an Bord tagsüber genügend zu tun. Aufgrund von Covid ist nur leider der Kinderbereich geschlossen, dafür gibt es ausreichend Platz zum Rennen, einen kleinen Shop für Süßigkeiten (war ja klar) und ein Bordrestaurant, das IKEA-Vibes aufkommen lässt (optisch wie auch geschmacklich). Die Zeit vergeht schnell: Karten spielen, Essen, Malen, Hörspiele hören.

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Hallo Schweden - © familienurlaub.eu

Ein riesiger Regenbogen begrüßt uns kurz vor Schweden, die Vorfreude wächst. Wir erreichen das Festland gegen 21 Uhr und werden sogleich von einer super Infrastruktur überrascht: Mehrere große Supermärkte befinden sich direkt in Hafennähe, Fahrradfahrer finden ohne Umwege Fahrradwege und die Autobahn beginnt ebenfalls am Hafen. Wer zu müde ist, weiterzufahren, der bekommt in unmittelbarer Nähe des Hafens auch einen Stellplatz mit Toiletten und Duschen.

Uns zieht es direkt weiter nach Malmö, hier werden wir in einem kleinen Hotel 2 Nächte verbringen

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Malmö am Strand im Frühling, Sommer und Herbst - © familienurlaub.eu

2. Teil: Küstenregion Halland – die schwedische Riviera & Göteborg

Für uns geht es weiter in Richtung Göteborg. Für diese Nacht haben wir uns entschieden, in der großen Freiheit namens Natur zu nächtigen, denn Wildcamping ist in Skandinavien problemlos möglich. Mit dem Finger auf der Karte finden wir einen kleinen Hafen in der Nähe von Kungsbacka in der Küstenregion Halland. Über einen kleinen Feldweg umgeben von Schafen erreichen wir unser Nachtquartier, wo wir unseren Bulli sicher parken können. Camping ist hier ausdrücklich erlaubt, es wird über Schilder darauf hingewiesen, die vorhandenen Dixie-Klos und die Mülltonnen zu verwenden, eine Feuerstelle mit Blick in Richtung untergehender Sonne steht auch für uns bereit. 

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Wildcamping in Halland - © familienurlaub.eu
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Kungsbacka in Halland - © familienurlaub.eu

familienurlaub.eu-Tipp: Die Region Halland ist ein abwechslungsreiches Gebiet mit langezogenen Stränden, vielen Dünen und dichten Wäldern. Ideal also für Fans von Kanu- und Kayaktouren. Auch Surfer und Freunde des einfachen Planschens fühlen sich hier pudelwohl.

12 Stunden in Göteborg 

Wir erreichen Göteborg in den Morgenstunden und entscheiden uns für eine typisch schwedische, süße Bekanntheit zum Frühstück: eine Zimtschnecke. Für uns darf es heute die größte sein, die wir finden konnten, dazu gibt es guten Kaffee und eine heiße Schokolade für den Nachwuchs. Das Wetter ist ganz auf unserer Seite, um die Stadt in einem entschleunigten Tempo mit den Kids zu erkunden.

Göteborg mit Kindern
Göteborgs Hagaviertel - © familienurlaub.eu
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Die größte Zimtschnecke? Gibts im Café Husaren - © familienurlaub.eu

Auf dem Weg nach Norwegen

Nach einem aufregenden Tag in Göteborg möchten wir ohne große Umwege nach Norwegen kommen. Von Göteborg bis zur norwegischen Grenze sind es nur gute 2 Stunden Fahrzeit. Unser übereilter Wunsch nach Norwegen einzureisen wird von der Corona-Pandemie (Sommer 2021) bestimmt, da die Einreisebestimmungen seitens Norwegen gerade wieder verändert werden – es ist als unklar, ob wir in wenigen Tagen überhaupt mit Kindern noch einreisen dürfen. Gern hätten wir mehr Spontanität im Gepäck, aber das ist in diesen pandemischen Zeiten nicht möglich und der Wunsch, Norwegen zu erkunden doch zu groß.

Die Einreise nach Norwegen zieht sich enorm, die Schlange ist lang, viele Autos werden abgewiesen und müssen umkehren. Nach fast 2 Stunden Wartezeit müssen wir 4 Grenzstationen passieren. Wir werden viermal durchgewinkt, keinen interessiert der Bulli, keinen die Insassen – sehen wir als vierköpfige Familie so harmlos aus und ist das der erste Hinweis auf die Kinderfreundlichkeit des Landes? An dieser Stelle muss gesagt werden, dass wir natürlich nur eine Einreise unter besonderen Bedingungen beschreiben, vielleicht sind in “normalen Zeiten” keine so langen Schlangen zu beobachten und die Einreise viel einfacher und vor allem kürzer als zu unserem Reisezeitpunkt.

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Willkommen in Norwegen! - © familienurlaub.eu

3. Teil: Oslo & Oslofjord

Direkt nach der Einreise erkunden wir den Oslofjord näher und suchen einen nahegelegenen Strand auf. Zum Baden ist es uns Großen ein wenig zu frisch, die Kinder kennen aber kein Entkommen und höpfen sofort in das 17 Grad “warme” Wasser.

Am Abend geht es für uns weiter nach Oslo, hier möchten wir 3 Nächte verbringen. 

Ihr möchtet mehr über unsere Erfahrungen in Oslo mit Kindern erfahren? Dann auf zu unserem Artikel Familienurlaub Oslo.

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Hafen von Oslo in Aker Brygge - © familienurlaub.eu

4. Teil: Vestlandet: Richtung Bergen über Torpo, dem Hallingskarvet-Nationalpark und Eidjord

Nun heißt es, tiefer in die Natur des Landes einzutauchen und die norwegische Provinz  Vestlandet zu erkunden. Für die nächsten Tage ist Regen angesagt, aber das vermiest uns nicht die Stimmung. Die ersten 3 Stunden verbringen wir nur im Auto und bewundern die sich verändernde Natur: die dichten Wälder werden spärlicher, die Abstände zur nächsten Häuseransammlung größer.

In Torpo machen wir kurz Stopp und kommen das erste Mal in den Kontakt mit einer historischen Stabkirche aus dem 12 Jhd.. Diese wurden vor allem in der Zeit des Übergangs der heidnischen Religionen zum Christentum gebaut. Aufwendige Schnitzereien und außergewöhnliche Bemalungen zeichnen die Kirchen aus Holz.

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Stabkirche in Torpo - © familienurlaub.eu

Für die nächsten Tage sind länger Stopps im Hallingskarvet-Nationalpark, am Hardangerfjord und in Bergen eingeplant. In dieser Region werden wir auch für mehrere Nächte in einem typisch norwegischen Ferienhaus in Omastranda unterkommen, um von dort aus die einzelnen Punkte anzusteuern.

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Haugastøl am Rande der Hardangervidda - © familienurlaub.eu

5. Teil: Rogaland in Südnorwegen mit karibischen Stränden, gemütlichen Fischerdörfern bis hin zur pulsierenden Stadt des Öls – Stavanger

Über Brücken und Fährverbindungen fahren wir in Richtung Haugesund und kommen damit in die Provinz Rogaland in Südnorwegen. Je näher wir in Richtung Haugesund kommen, desto mehr Verkehr kommt uns entgegen. Die Fahrt zieht sich in die Länge. Zweimal müssen wir auf eine Fährverbindung mit einer Fahrtdauer von lediglich 10 Minuten warten und so werden aus geplanten 3 Stunden Autofahrt für 150 Kilometer Strecke 1,5 Stunden Autofahrt mehr.

Hafen von Bergen
Hafen von Bergen - © familienurlaub.eu
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Fährüberfahrt Hardangerfjord - © familienurlaub.eu

Die nächsten Tage möchten wir neben Haugesund die Gegend von Karmøy entdecken und in die Geschichte der Wikinger eintauchen, um dann am Abend einen Tag in Stavanger zu verbringen und mit der Fähre in Richtung Dänemark zu fahren. Auch ist in dieser Zeit eine beliebte Wanderung eingeplant, nämlich zu dem Felsvorsprung Himakånå, auch die kleine Trollzunge genannt.

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Himakånå - © familienurlaub.eu

Insel Karmøy – die wohl wichtigste Region der Geschichte Norwegens

Nicht ganz zufällig haben wir unser Ferienhaus in der Kommune Karmøy gebucht, denn am Ende unserer Norwegen-Rundreise hatten wir Sehnsucht nach Stränden, immerhin hatten wir August und da wollten wir dann doch nicht ganz auf einen Strandurlaub verzichten.

Nach ein paar Recherchen stoßen wir auf diese Region, die für ihre traumhaften Sandstrände, das schon fast karibisch anmutende Wasser und die vielen Spazierrouten am Meer bekannt ist. Genau also unser Ding und ideal nach den eher rauen Tönen der Fjorde. Zufällig landen wir auch in eine besonders geschichtsträchtigen Region Norwegens, die für alle Fans der Wikinger schon fast ein Muss darstellt.

Südostnorwegen
Südostnorwegen - © familienurlaub.eu
Wikinger in Avaldsnes
Auf den Spuren der Wikinger - © familienurlaub.eu

Insgesamt geht ein Tag Stavanger und damit auch unser letzter Tag in Norwegen ziemlich schnell zu Ende, gern würden wir doch etwas länger bleiben, um die Stadt nicht nur in ihren Umrissen kennenzulernen. Doch unsere Fährfahrt auf das dänische Festland ist bereits gebucht, nun heißt es also Abschied zu nehmen. 

Für die Kinder geht das am besten in einem typisch skandinavischen Süßigkeitenladen, auf die wir auf unserer Reise zahlreich gestoßen sind – genügend Zucker für die Fahrt in Richtung Heimat… . In Stavanger darf also der Besuch im Laden Dropsen, einem Schlaraffenland für alle Süßmäuler, nicht fehlen. Auch wir staunen über die Auswahl an bunten Bonbons, süß-salzigen Lakritzstangen und Schokolade in allen Variationen. Eigentlich ein gutes Mitbringsel, denken wir uns und kaufen viel zu viel. 

Øvre Holmegate
Øvre Holmegate - © familienurlaub.eu

familienurlaub.eu-Tipp: Skandinavische Süßigkeiten sind nichts für Befürworter von sugar free, aber an ihnen vorbei kommt man nur schwer. Während fast alle skandinavische Supermärkte in der Nähe der Kasse (Wo auch sonst? Alles aufgepasst mit allen Wutzwergen…) eine riesige Candy Bar beherbergen, gibt es in den meisten Städten auch gut sortierte Süßwarenläden, die die landestypischen Süßigkeiten bestens in Szene setzen. Besonders beliebt neben der typischen Lakritz-Auswahl ist auch schwedische Schokolade, die wir ja alle schon ein wenig von IKEA kennen. Auch wenn wir alle unsere Kinder am liebsten nur mit zuckerfreien Bananenbrot großziehen würden, ist der Besuch eines typischen Candy Shops schon fast eine Sehenswürdigkeit, der auch den Erwachsenen Spaß macht.

Mit Fjord Line geht es in knapp 12 Stunden von Stavanger bis nach Hirtshals. Da die Fahrt über Nacht geht, buchen wir dieses mal eine Vierbettkabine hinzu. Wie eine einfach Fährüberfahrt fühlt sich dieser Tanker aber nicht an. Ein Casino, mehrere Themenrestaurants, eine große Spielfläche im Außenbereich, eine riesige Tax Free Shopping Zone und natürlich ein Heli-Landeplatz. 

Die Zimmer wirken neuwertig, muffig riecht hier nix, selbst das Bad ist angenehmer, als erwartet. Nachdem wir alle noch nie ein Kreuzfahrtschiff betreten haben, ist diese Fähre schon ein Hingucker für uns! Für knappe 400€ für uns alle – davon die Hälfte allein für die Kabine mit Fenster – ist die einfache Überfahrt jetzt kein Schnäppchen, aber eine Erfahrung! Ob man so viel Luxus in nur 12 Stunden braucht , sei mal dahingestellt. Immerhin schlafen wir alle gut und können um 7 Uhr morgens entspannt in den Tag in Dänemark starten.

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Hallo Dänemark! - © familienurlaub.eu

Kurzaufenthalt in Dänemark

Unser letztes skandinavisches Land der Reise ist Dänemark, viel Zeit bleibt uns hier leider nicht, denn in nur 3 Tagen müssen wir wieder auf deutschem Boden stehen. 1 Stunde von der Fährstation Hirtshals entfernt entdecken wir jedoch den wunderbaren Strand Rødhus in Nordjütland, der uns einen sonnenverwöhnten Tag am Meer verspricht. Wie gut, dass wir auf dem nahegelegenen Campingplatz Blokhus Natur Camping für 2 Nächte noch unterkommen, um hier unsere Reise in Skandinavien zu beenden.

Fazit: Rundreise in Skandinavien mit Kindern

Vier lange Wochen gehen vorbei und ganz klar liegt unser Fokus dieser Skandinavien-Rundreise in Norwegen. Dies hat sich nicht ganz so spontan ergeben, da die Fjordlandschaften schon immer ein Sehnsuchtsort für uns waren. Nach wie vor finden wir, dass man allein für Norwegen genügend Zeit mitbringen soll, da das Land so facettenreich ist und man aufgrund der vielen Wasserstraßen einfach mehr Zeit benötigt als anderswo. Besonders die Region rund um Bergen hat uns umgehauen, die Möglichkeiten, grandiose Wanderungen zu unternehmen, scheinen uns endlos.

Norwegen allein ist schon riesig, wer also eine Skandinavien-Rundreise selbst plant, muss einen Schwerpunkt setzen. Für uns bedeutet das: die nordischen Länder einfach öfters besuchen und so die vielen verschiedenen Ecken von Schweden, Norwegen und Co auf verschiedenen Rundreisen kennenlernen.

In Skandinavien eine Rundreise mit Familie zu unternehmen, ist aufgrund der sicheren Bedingungen vor Ort, der Weitläufigkeit der Länder, der Familienfreundlichkeit und der Möglichkeit, in der freien Natur zu übernachten, eine tolle Abenteuerreise für Groß und Klein.

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