Familienurlaub & Reisen mit Kindern in den Karpaten

Bären, Wölfe und Graf Dracula – ein bisschen schaurig mögen die Karpaten von Ferne wirken, doch weckt das nicht gerade bei Kindern umso mehr die Lust, auf ein fantastisches Familienabenteuer? Der osteuropäische Gebirgskamm beschert euch einen unvergesslichen Familienurlaub umgeben von tiefen Wäldern, hohen Gipfeln, spiegelglatten Seen und idyllischen Flusstälern.

Ihr sammelt auf Reisen durch die Karpaten einzigartige Naturerlebnisse und genießt die gemeinsame Zeit bei abwechslungsreichen Aktivitäten und Ausflügen. Neben zauberhaften Landschaften erwarten euch beim Familienurlaub in den Karpaten unzählige kulturelle, kulinarische und kuriose Highlights. Von den Kindern bis zu den Großeltern machen Reisen in die Karpaten ganz bestimmt alle glücklich!

 

Inhaltsverzeichnis

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Reiseziele & Länder der Kaparten

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Wohin soll die Reise gehen – die Karpaten als Reiseziel für den nächsten Familienurlaub

Euer Reiseziel zieht sich durch insgesamt acht Staaten. Mit 1.300 Kilometern Länge und bis zu 350 Kilometern Breite laden euch die Karpaten in Polen, Rumänien, der Slowakei und der Ukraine zum Familienurlaub ein. Die Ausläufer des Gebirges erstrecken sich bis nach Österreich, Tschechien, Ungarn und Serbien.

 

Westkarpaten: himmelhoch & paradiesisch

Die Westkarpaten reichen von der Donau bei Wien bis zum Duklapass nahe der ukrainischen Grenze und liegen überwiegend auf slowakischem und tschechischem Territorium. Ihre vielen Teilgebirge formen ein munteres Auf und Ab aus dicht bewaldeten Höhenzügen und weiten Tal- und Beckenlandschaften. Dazu bildet die Hohe Tatra mit ihrem scharfzackigen Hochgebirgsrelief einen reizvollen Kontrast. Dort begrüßt euch der mit 2.655 Metern höchste Berg der Karpaten.

Ein besonders bezauberndes Ziel der Westkarpaten ist auch das Slowakische Paradies: Hier gibt es zahlreiche Schluchten, die ihr auf spannenden Stegen und Leitern erkunden könnt, außerdem jede Menge Höhlen und kleine Wasserfälle. Ein Top-Highlight ist zudem die hiesige Zipser Burg, UNESCO-Welterbe und einer der größten Burgruinenkomplexe Europas.

Mit Weltkulturerbestatus glänzen ebenfalls die Holzkirchen des Karpatenbogens, so etwa die evangelische Artikularkirche der Heiligen Dreifaltigkeit in Kežmarok und die griechisch-katholische Kirche des Heiligen Nikolaus in Bodružal. Zum Stadtbesuch ruft die lebendige und geschichtsträchtige Viertelmillionenstadt Košice auf.

 

Ostkarpaten: wild & vulkanisch

In den Ostkarpaten, die vollständig auf rumänischem Gebiet liegen, findet ihr Landschaftsformen von harmonisch gerundeten Bergrücken über steile Felswände und schroffe Hochgebirgszüge bis hin zu Bergketten vulkanischer Herkunft. Viele Gegenden sind wild und wenig erschlossen, zum Beispiel das Rodna- und das Calimani-Massiv.

Das Csomád-Gebirge beherbergt mit Osteuropas einzigem Kratersee, dem St.-Annen-See, und dem angrenzenden Mohoș-Torfmoor einen anmutigen Naturschatz mit wunderbaren Wandermöglichkeiten.

Ein weiteres geologisches Phänomen der Ostkarpaten findet ihr bei Berca in den Vorbergen zum Buzáu-Gebirge, wo euch ein 30 Quadratkilometer großes Naturreservat voller blubbernder und spuckender Schlammvulkane in seinen Bann zieht. Statt heißer Lava bildet hier kalter Schlamm bis zu acht Meter hohe Vulkankegel und eine Kraterlandschaft wie aus einer anderen Welt – Gummistiefel nicht vergessen!

Abwechslungsreich und wunderschön ist ferner die Region rund um den langgestreckten, gewundenen Roşu-See. Zu den Highlights gehört die zehn Kilometer lange Bicaz-Klamm mit ihren bis zu 300 Meter hohen Felswänden sowie die Tropfsteinhöhle Peștera Munticelu.

 

Südkarpaten – in Draculas Heimat

Als Transsilvanische Alpen werden die Südkarpaten aufgrund ihrer glazialen Formung auch bezeichnet. Ihr höchster Berg, der Moldoveanu im Făgăraș-Gebirge, erreicht 2.544 Meter Höhe. Einsame Weiten, tiefe Täler und imposante Gipfel prägen die Südkarpaten. Genauso gibt es hier aber auch belebte Erholungs- und Wintersportgebiete.

Schloss Bran, das offizielle Dracula-Schloss, besucht ihr nahe des Städtchens Brașov – sowohl von außen als auch innerhalb der Schlossmauern weiß das Bauwerk aus dem 13. Jahrhundert zu begeistern. Nordwestlich von Schloss Bran ist Sighișoara einen Besuch wert: Das historische Zentrum Sighișoaras mit seinen verwinkelten Kopfsteinpflastergässchen, bunten Hausfassaden und Prunkbauten zählt zum UNESCO-Weltkulturerbe.

Ganz kurios wird es im stillgelegten Salzbergwerk von Turda: Die gigantischen Stollen laden nicht nur mit ihrem spektakulären Farb- und Formenspiel zum Staunen ein, ihr findet hier auch einen unterirdischen Vergnügungspark mit Riesenrad, Minigolfanlage, Spielplatz und weiteren Attraktionen. Unvergesslich ist eine Bootsfahrt auf dem Salzhöhlensee.

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Beste Reisezeit für den Familienurlaub in den Karpaten

Die Karpaten haben zu jeder Jahreszeit ihren eigenen Reiz. Wann für euch die beste Reisezeit ist, hängt natürlich auch davon ab, was ihr im Familienurlaub unternehmen möchtet – dafür geben wir euch einen kleinen Überblick.

 

Das Karpaten-Frühjahr: Wintersport & Blütenträume

Bis in den März und April hinein könnt ihr im Frühjahr euren Familienurlaub in den Karpaten mit Wintersportvergnügen verbinden. Dies gilt insbesondere für die östlichen Karpaten, in denen die Temperaturen über den Winter tiefer sinken.

Im März ist die beste Reisezeit für Wintersport. Es gibt wenig Niederschläge, die Temperaturen fallen nachts unter den Gefrierpunkt, tagsüber ist es mit fünf bis zehn Grad Celsius jedoch mild. Wenn ihr die Wildnarzissen und Krokuswiesen blühen sehen möchtet, kommt im Frühjahr – Rumänien feiert im Mai Narzissenfest!

 

Sommer in den Karpaten: Wanderwetter & Sonnenwendfeiern

Für Outdoorunternehmungen wie Wander- und Radtouren ist die beste Reisezeit der Sommer. Von Juni bis August genießt ihr die Natur bei 20 bis 25 Grad Celsius und das bei bis zu zehn Stunden Sonne am Tag. Zwar kann es im Sommer hin und wieder regnen, doch dann versüßt ihr euch den Familienurlaub mit einem der vielen Schlechtwetterziele oder einem gemütlichen Ruhetag im Ferienhaus.

Zur Sommersonnenwende liegt eine besondere Magie über den Karpaten, besonders in der Slowakei, wo in der Nacht zu St. Johann in unzähligen Dörfern Feuer entfacht und mit Fackeln getanzt wird.

 

Die Karpaten im Herbst: Weinfeste & bunte Wälder

Mit dem September erwischt ihr im Herbst einen großartigen Monat für euren Familienurlaub in den Karpaten. Die Temperaturen sind tagsüber mit knapp 20 Grad Celsius noch richtig wohlig und es fällt wenig Regen. In mehreren Regionen, vor allem an der Kleinkarpaten-Weinstraße in der Slowakei, wird Mitte September mit Folkloreveranstaltungen und Schlemmereien die Weinlese gefeiert.

Der Oktober zeigt sich schon deutlich kühler, dafür aber in einem kunterbunten Blätterkleid. Ende Herbst ist der November mit einstelligen Temperaturen und ansteigenden Regentagen eher etwas für Liebhaber.

 

Weihnachtlich & tief verschneit: Der Winter in den Karpaten

Nikolausbräuche, funkelnde Christkindlmärkte, Passionsspiele am Heiligabend und Dreikönigsfeste im Januar: Der Winter in den Karpaten hat es in sich. Schnee ist hier keine Seltenheit, sondern die Regel. Ab Dezember habt ihr die beste Reisezeit für Familienurlaub mit Wintersport. In manchen Jahren kann es insbesondere im Januar schon mal eisig mit bis zu -25 Grad Celsius werden. Einen schillernden Abschlusstusch geben die Karnevalsveranstaltungen im Februar.

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Kultur & Natur: Urlaub in den Karpaten für jeden Geschmack

Die Karpaten verwöhnen mit vielgestaltigen Landschaften sowie einem bunten Kaleidoskop an Freizeitmöglichkeiten und Sehenswürdigkeiten. Damit findet sich im Familienurlaub für Mitreisende jeden Alters das Passende.

 

Sportlich & aktiv in der hohen Tatra

Wenn ihr sportlich aktiv sein wollt, seid ihr in den Karpaten goldrichtig. Eines der sportlichen Outdoor-Paradiese des Gebirges ist die Hohe Tatra, deren höchster Gipfel in 2.655 Metern Höhe den Himmel küsst. Sie beherbergt die Wintersport-Metropole Zakopane und ist ein großartiges Ziel zum Bergsteigen und Felsenklettern.

In den ukrainischen Waldkarpaten gibt es ebenfalls diverse, oft kaum entdeckte Kletterfelsen. Rafting-Abenteuer erlebt ihr beispielsweise auf den Flüssen Belá und Dunajec in den Westkarpaten. Landauf, landab könnt ihr mit dem Mountainbike aktiv werden und große Gewässer wie der slowakische Orava-Stausee locken zum sportlichen Vergnügen beim Windsurfen, Tauchen und Wasserskifahren.

 

Strände, Seen & Wanderungen in der Ukraine, der Slowakei & in Rumänien

Der Synewir-See im gleichnamigen Naturpark gilt als schönster See der Ukraine. Seine etwa fünf Hektar große Wasserfläche mit der kleinen Insel in der Mitte liegt auf knapp 1.000 Metern Höhe und wird von steilen Nadelwaldhängen gerahmt.

Ein rumänisches Wander-Highlight mit kleinem Gondelbahnbetrieb und Tunnelgang ist der Bâlea-See. Kiosk, Bootsverleih und einen kindertauglichen Rundweg bietet der vulkanische St.-Annen-See.

Am größten Stausee der Slowakei, dem Liptovská Mara, findet ihr ein Strandbad und könnt mit Ausflugsschiffen auf Rundfahrt gehen. Unweit von hier beschert die Wanderschlucht zum Wasserfall Okienkovy Vodopad mit Stiegen und Leitern großen Spaß.

 

Entspannung & Wellness in den Kapaten: Salzseen & Mineralquellen

Eine besondere Gelegenheit zum Outdoor-Baden mit Wellnessfaktor erwartet euch im Herzen Rumäniens: In der Stadt Ocna Sibiului (Salzburg) gibt es eine ganze Reihe größerer und kleiner Salzseen – hier könnt ihr euch zudem mit gesundheitsförderndem Schlamm einschmieren.

Zur Turda-Salzmine gehört das Spa- und Wellness-Center im benachbarten Potassia Hotel. Auch als Tagesgäste findet ihr hier Entspannung. Dazu blickt Rumänien auf eine lange Kur- und Badetradition, von der ihr in Kurorten wie Bad Borşa, Miercurea Sibiului und Vaţa de Jos profitiert.

Zahlreiche Mineralquellen speisen auch die slowakischen Heilbäder, beispielsweise im bekannten Kurort Pistian. Mineralwässer mit verschiedenen chemischen Zusammensetzungen und -konzentrationen, Heilschlamm, Reizklima und Thermalbäder kennzeichnen die Kurorte der gesamten Karpaten. Turčianske Teplice schenkt darüber hinaus Entspannung mit seiner exklusiven Goldkur.

 

Zoos, Tierparks & ein Bärenreservat für die ganze Familie

Da die Karpaten größtenteils dünn besiedelt und auch größere Städte eher selten sind, findet ihr nur eine kleine Auswahl an Zoos und Tierparks in eurer Urlaubsregion. Ein umfangreicher Zoo mit rund 360 Tierarten aus aller Welt heißt euch in den Westkarpaten in Bojnice willkommen.

Im Tal zwischen der Hohen und der Niederen Tatra hält der Zoo Kontakt, was der Name verspricht: Viele Gehege dürft ihr, teils in Gruppen gemeinsam mit dem Zoopersonal, betreten und deren Bewohner füttern und streicheln. In den Südkarpaten bietet das Bärenreservat Zărnești, eine Auffangstation für zuvor in Gefangenschaft gehaltene Bären, interessante Führungen an.

 

Freilichtmuseen & Stollen für neugierige Kinder & Eltern

Die Karpaten sind eine reiche Schatzkammer für Freilichtmuseen: Am Nordwestrand bilden beispielsweise die in Tuffstein gehauenen Wohnunterkünfte von Brhlovce eine sehenswerte Rarität. Čičmany am Fuße der Kleinen Fatra ist berühmt für seine ornamental geschmückten Holzhäuser.

Kunterbunt geht es im ukrainischen Kolomyja zu, und zwar im Nationalmuseum für Volkskunst von Huzulien und Pokutien und dem zugehörigen Museum für Ostermalerei. In Polen schenkt das Karpaten-Museum Krosno historische Einblicke in die berühmte Öl- und Glasindustrie der Region.

Ein ganzes Ensemble musealer Stätten erwartet euch in der slowakischen Bergbaustadt Banská Štiavnica: Oberirdisch entdeckt ihr einen Klopfturm aus dem 17. Jahrhundert, mehrere historische technische Geräte sowie das Bergbaumuseum und seine Sammlung. Zum Museum gehören der Andreasschacht und der Bartholomäus-Stollen, die euch wortwörtlich tief in die Welt des Erzbergbaus entführen.

 

Events, Konzerte & das Fest der Liebe

In den Karpaten könnt ihr rund ums Jahr bei vielen althergebrachten, aber auch modernen Events und Konzerten mitfeiern. Ein Höhepunkt traditioneller Volkskultur mit heimischen und ausländischen Gruppen ist das Folklorefestival Východná. Es findet in der gleichnamigen slowakischen Gemeinde jährlich am ersten Juliwochenende statt.

Rumänien ehrt im Februar den Schutzpatron Dragobete mit einem Brauchtumsfest für die Liebe. Im April steht mit dem Internationalen Festival für zeitgenössisches Theater in Brașov ein modernes Event an. Vor allem kleinere Dörfer feiern unter anderem in Polen das Erntedankfest. Obst- und Gemüsestände, Essen, Trinken und Konzerte mit traditioneller Musik geben den Rahmen.

 

Kulinarische Highlights in den Karpaten

So riesig wie das Gebirge ist auch die Vielfalt der regionalen Schlemmereien. Für das slowakische Nationalgericht schlechthin seid ihr in den Karpaten direkt an der Quelle: Spätzle mit Schafskäse und Speck. Der beste Schafskäse kommt aus den Bergen und am Fuß der Großen Fatra finden jährlich die Weltmeisterschaften im Spätzle-mit-Schafskäse-Kochen statt.

Bis in Bram Stokers „Dracula“ hat es die Polenta, landessprachlich: Mămăligă geschafft. Das Maisgrießgericht findet ihr in unzähligen Variationen auf jeder rumänischen Speisekarte. Zu Polens kulinarischen Highlights gehören unzweifelhaft Pierogi. Klassisch kommen die Teigtaschen mit Kartoffel-Quark-Füllung daher, ihr findet sie aber auch mit Fleisch- und süßen Füllungen.

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Unterkünfte in den Karpaten

Ihr könnt bei eurem Familienurlaub in den Karpaten aus vielfältigen Unterkünften wählen. Zu den häufigsten und am breitesten gestreuten dürften Ferienhäuser und Pensionen zählen, die euch auch in kleinsten Bergdörfern und in abgeschiedenen Bergregionen Quartier geben.

Weit verbreitet ist auch ein Urlaub auf dem Bauernhof – schließlich sind die Karpaten ländlich geprägt und ein beträchtlicher Teil der Bevölkerung betreibt seine eigene kleine Landwirtschaft.

Besonders in größeren Ortschaften sowie in den Ski- und Kurorten sind auch Hotels üblich. Campingplätze halten die Karpaten ebenfalls bereit. Viele bieten neben Zelt- und Wohnmobilstellplätzen auch kleine feste Unterkünfte, die in den kälteren Monaten beheizt werden können.

familienurlaub.eu-Tipps für traumhafte Unterkünfte

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Anreise in die Karpaten

Bei Anreise mit dem Flugzeug landet ihr je nach Urlaubsregion an einem der internationalen Flughäfen. Die gängigsten davon sind: Temeswar (Südkarpaten), Satu Maru, Hermannstadt, Targu Mures und Bukarest-Otopeni (Süd- und Ostkarpaten), Krakau, Košice und Bratislava (Westkarpaten).

Die Westkarpaten erreicht ihr über Wien auch bestens mit der Bahn. Gut eine Stunde ist es von Wien nach Bratislava. Nach Zakopane im Herzen der Westkarpaten sind es allerdings schon knapp neuneinhalb Stunden.

Wollt ihr in die Süd- oder Ostkarpaten, müsst ihr ab Wien je nach Ziel mit zehn bis 22 Stunden Zugfahrtzeit rechnen. Ähnlich sind die Fahrtzeiten bei der Anreise mit dem Fernbus. Vor Ort ist aufgrund des oftmals dürftigen öffentlichen Verkehrsnetzes ein Mietwagen ratsam.

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