Darf man Venedig überhaupt noch besuchen?

Wenn es um Overtourism geht, steht Venedig noch immer auf Platz 1. Die wenigen Einwohner der Stadt leiden durch die ewig währenden Besucherströme in ihrer engen Stadt. Auch aufgrund des Kreuzfahrttourismus, der nicht nur die Lagune zerstört, sondern auch die Touristen tagsüber auf Venedig loslässt, sie jedoch nicht motiviert, in der Stadt zu übernachten oder vorort zu dinieren, haben die Einwohner so gut wie gar nichts von den Tagestouristen.

Der Instagram-Hype tut hier sein Weiteres: Nicht selten kommt es zu Undingen wie badenden Touristen in den Kanälen, waghalsigen Fotoaktionen auf den Brücken und vom Müll in den Straßen brauchen wir gar nicht erst anfangen. 

Das Problem ist natürlich kein neues. Aktionen wie #EnjoyRespectVenezia, eine Sensibilisierungskampagne seitens der Stadt, um einen nachhaltigen Tourismus in der Stadt zu fördern, aber auch Aussagen des venezianischen Bürgermeisters Simone Venturini, die Touristenströme in der Stadt einzuschränken bzw. zu koordinieren, sind ein guter Anfang. 

Auch seit der Ankündigung bzw. Androhung der UNESCO, Venedig auf die Liste der gefährdeten Welterbe zu stellen, hat das Durchfahrtsverbot von großen Kreuzfahrtschiffen in Teilen der Lagune, vorangetrieben. Ein Schritt in die richtige Richtung wurde also gegangen, dennoch müssen noch einige folgen, um die Schönheit von Venedig auch für unsere Nachkommen und seine Bewohner zu erhalten.

Was könnt ihr als Einzelperson tun, wenn ihr die Stadt besichtigen, aber euch für den Erhalt der Stadt einsetzen möchtet?

  • Beste Reisezeit für Venedig: Venedig nicht im Sommer besuchen! Nutzt den Frühling oder Herbst, aber auch im Winter hat die Stadt einen bezaubernden Charme, den es zu entdecken gilt und zwar ohne Massenströme an Touristen
  • Anreise: Euer Auto woanders parken, das öffentliche Verkehrsnetz nutzen, um in die Stadt zu gelangen (Wassertaxis, Shuttlebusse, Straßenbahn, etc.)
  • Venedig besucht ihr zu Fuß, nicht mit dem Rad oder Roller
  • Verhalten vor Ort: Nutzt die Brücken und meist besuchtesten Orte nur als Übergang, für langes Posieren oder gar Picknicken sind diese Orte nicht gedacht. 
  • Menschen vor Ort: Ja, man glaubt es kaum – in Venedig gibt es noch echte Venzianer. Sie wünschen sich – wie wir alle – einen respektvollen Umgang.
  • Wochentags Venedig besuchen (dies betrifft auch die kleineren Inseln Murano oder Burano). Meidet die Wochenenden.
  • Essen: Esst in den Restaurants und Cafés vorort, am besten nicht gerade auf dem Markusplatz, sondern in den abgelegenen Seitenstraßen.
  • Übernachtung: Übernachtet in familiär geführten Hotels der Stadt, meidet Ketten (auch beim Essen).
  • Souvenirs: Souvenirs von ortsansässigen Shops, die ihre Ware auch vor Ort herstellen, kaufen (Lederwaren, Glasbläsereien etc.)
  • Müll: Das ist eigentlich jedem klar: Müll gehört in den Mülleimer und nicht auf die Straße.
  • Baden: Baden in den Kanälen ist verboten.

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