Camping als Familienurlaub – vom Zelten, über Wohnmobilisten & Vanlifern, bis hin zum Reisen mit dem Wohnwagen

Jede Menge Spontanität, große Freiheitsgefühle und Abenteuer in der Natur – das alles versprechen Urlaubsformen wie (wildes) Camping und Vanlife, die seit Corona sich großer Beliebtheit erfreuen. Und so möchten auch immer mehr Familien ihren Familienurlaub oder ihre Elternzeit möglichst naturnah und flexibel verbringen und entdecken dabei das Campen mit Kindern neu.

Camping mit Kindern: Zelt, VW Bus, Wohnmobil oder Wohnwagen?

Während die einen Familien eine einfache Variante aus Zelt und Gaskocher bevorzugen, träumen die anderen von ihrem eigenen selbstausgebauten VW Bus, mieten ein Wohnmobil oder entscheiden sich am Ende doch für den Kauf eines familienfreundlichen Wohnwagens mit Kinderzimmer.

Doch welche Variante eignet sich am besten für den Camping-Familienurlaub? Mit welchen Überraschungen sind bei der jeweiligen Camping-Form zu rechnen und wie lässt sich die jeweilige Camping-Variante am komfortabelsten ermöglichen?

Wir aus der familienurlaub.eu-Redaktion möchten mit euch unsere Erfahrungen aus dem Campingurlaub teilen und auf die wichtigsten Punkte rund um’s 

  • Zelten mit Kleinkindern, 
  • Wohnmobilurlaub mit 2 Kindern,
  • Familienurlaub mit dem VW Bus und 
  • Urlaub im Wohnwagen mit 3 Kindern eingehen.

Am Ende verraten wir euch natürlich auch unser Fazit zur jeweiligen Urlaubsvariante.

Teil 1: Zelten mit (kleinen) Kindern & Babys

Die einen lieben es, die anderen finden sich in ihrem persönlichen Alptraum wieder: Zelten ist nicht jedermanns Sache, da rustikal, oft unbequem und die Liebe mit kleinen Krabbeltierchen teilt eben auch nicht jeder. Ein Traum für Kinder ist Zelten allemal, wenn es darum geht, am Lagerfeuer Stockbrot zu grillen, Gruselgeschichten zu horchen und am Ende unter dem Sternenhimmel zwischen Mama und Papa einzuschlafen. Daher empfehlen wir, Zelten mit Kindern zumindest einmal auszuprobieren. Vielleicht ist es ja genau eure Urlaubsform?

Zelten mit Baby: Geht das überhaupt?

In den Sommermonaten bei beständigen nächtlichen Temperaturen kann auch das Zelten mit Baby problemlos machbar sein. Das gemütliche Familienbett namens Zelt ist der perfekte Ort für Krabbelanfänger, ein Rausfallschutz braucht es hier nicht. Die Wiese davor eignet sich prima für die ersten Erkundungstouren und die Naturgeräusche können auf den Nachwuchs beruhigend wirken. Die meisten Zeltplätze sind übrigens auf Familien mit Babys ausgerichtet, verfügen über Wickelmöglichkeiten, oft auch über Babybadewannen und bieten zum Teil sogar Leihbuggys an.

Zelten mit Babys
Risikoarm Krabbeln üben im Zelt - © familienurlaub.eu

Folgende Fragen finden wir wichtig, bevor ihr euch in euer erstes Zeltabenteuer mit Baby stürzt:

  • Ist mein Baby reizempfindlich, einen nur abgedunkelter Raum zum Schlafen gewohnt und lässt sich durch neue Eindrücke schnell aus der Ruhe bringen? Eine Probenacht bei Oma und Opa im Garten ist vielleicht der ideale Ort zum Ausprobieren, bevor es mit Zelt und Baby einen Monat lang in den Yosemite-Nationalpark geht.
  • Lässt sich mein Baby nachts schnell beruhigen? Besonders in Europa findet man selten weitläufige Zeltplätze, häufig sind die nächsten Nachbarn nur eine Armeslänge entfernt. Zeltwände sind natürlich nicht isoliert und lassen jedes Geräusch nach innen und außen dringen, was den ein oder anderen Eltern unangenehm werden könnte. 
  • Welche Reisezeit und -ort wählt ihr für euer Zeltabenteuer mit Baby? Süditalien im Hochsommer bei 35 Grad kann im Zelt schnell auch für die Großen zur Herausforderung werden. Wir finden den Spätherbst sowie warme Frühlingstage in südlichen Gefilden für das Zelten mit Baby ideal, um der Affenhitze zu entgehen. Für unerfahrene Camper ist Deutschland das ideale Reiseziel für den ersten Zelturlaub mit Baby – eine kurze Anreise, wenige Überraschungen und genauso viel Vielfalt als anderswo!

Zelten mit Kleinkindern: die Welt ist dein Spielplatz!

Mit kleineren Kindern stellt ein Zelturlaub nicht nur eine Möglichkeit dar, die Sommerferien günstig zu organisieren, sondern ist für uns auch die ideale Urlaubsform, viel Zeit gemeinsam draußen zu verbringen und das ohne von zumindest sichtbaren Mauern und Zäunen. So stellt sich hier bereits bei kleineren Kindern ein Freiheitsgefühl ein, da sie auf Zeltplätzen meist frei umherrennen dürfen, schnell in Kontakt zu anderen Kindern kommen und damit wenig künstliche Beschäftigungstherapien der Eltern benötigen.

Die 3 Hauptvorteile von Zelten mit kleinen Kinder:

  • Kinderfreundliche Umgebung mit viel Freifläche, Spiel- und Entdeckungsmöglichkeiten
  • Schnelle, neue Kontakte im selben Alter
  • Viel frische Luft und Natur
Familienurlaub Zelten
Wenig Gefahren und vieeel Platz bieten die meisten Campingplätze - © familienurlaub.eu

Zelten mit Teenagern: Freiheit ahoi!

Die Zeit der harmonischen Familienurlaube endet spätestens dann, wenn der liebe Teenager beim Wort “Urlaub mit Mama und Papa” Pickel und Wutausbrüche bekommt. So suchen Mädels und Jungs in der aufregendsten Phase ihres Lebens eben mehr, als eine Finca mit Meerblick auf Malle. Peer Group ist der Begriff der Stunde! Na klar, möchten sie nun mehr Zeit unter Ihresgleichen verbringen, als die Nähe des Nestes zu suchen. Wir finden, dass ein Zelturlaub an einem geeigneten Ort eine gute Möglichkeit ist, die Freiheitsbedürfnisse der Heranwachsenden und einen Familienurlaub zu vereinen.

4 Tipps, wie der nächste Zelturlaub mit dem Teenager für alle toll wird:

  1. Der geeignete Platz zum Zelten mit Jugendlichen: Ein Teenager sucht vor allem Kontakt zu Gleichaltrigen. Einige Camping- und Zeltplätze bieten extra Freizeitangebote für Jugendliche an. Vielleicht könnt ihr euch sogar mit anderen Familien zusammentun, die Kids im ähnlichen Alter haben – so ist das Thema mit der Peer Group schnell geklärt.
  2. Ein eigenes Zelt für die Teens: Klar, es gibt Ausnahmen unter Jugendlichen, aber die meisten wollen eben nicht zwischen Mutti und Vati liegen, sondern genießen ihren Freiraum im eigenen Zelt. Für uns ist dieser Rückzugsort ein Muss!
  3. Freiheiten: Gemeinsame Abende am Lagerfeuer sind natürlich super für die Familienbande, aber die Kids brauchen im Urlaub auch ihre Freiheiten und sollten möglichst viele Möglichkeiten haben, ihre Freizeit auch nach ihren Wünschen und ohne die wachsamen Augen der Eltern zu gestalten. Für die Sicherheit sorgt z. B. ein gemeinsamer Treffpunkt am Platz zu bestimmten Zeiten. Ihr werdet sehen: Schafft ihr Freiräume, suchen die Heranwachsenden doch immer wieder die Nestwärme, die Sicherheit und Ruhe im turbulenten Teens-Life bietet.
  4. Internet: Das Kommunikationsmedium der Zeit ist und bleibt das Smartphone. Ohne Internet geht hier nicht viel und den wenigsten Jugendlichen ist das egal. Über einen WLAN-Hotspot bzw. eine Internetmöglichkeit auch im Ausland solltet ihr euch vorab Gedanken machen, vorort lässt sich das Handy dann genauso gut noch drosseln, wenn es (mal wieder) ausarten sollte.
Zelten mit Kindern
Für einen Zelturlaub braucht es nicht viel - © familienurlaub.eu

Packliste Zelten: Was braucht man zum Zelten mit Kindern?

Papperlapapp zum ganzen Schnickschnack. Zum Zelten mit Kindern braucht es nur ein Zelt und vielleicht ein Schlafsack. Beharrliche Naturfreunde können hier nur heftig nicken, dennoch ist das Zelten für sich eine komplette Lebensphilosophie geworden, die sich auch in der Welt des Konsums widerspiegelt. 

Beginnend beim faltbaren Familienheim, dem 12-Personen-Zelt oder dem praktischen Wurfzelt für den bockigen Teenager geht es weiter über das passende Zeltzubehör wie extra stabile V-Heringe, die geeignete Campingbeleuchtung sowie klappbaren Küchenmöbel aus Alu, bis hin zum mobilen Abfalleimer für Mülltrennung und Solardusche. Doch was braucht man wirklich zum Zelten mit Kindern? 

Wir halten es kompakt, denn die Anzahl der Schlüpper, die Wahl des geeigneten Duschgels oder die Allround-Gewürzmischung habt ihr eh sicherlich selbst im Kopf. Daher fokussieren wir uns lieber auf das in unseren Augen wichtigste Zubehör, das für einen entspannten Zelturlaub mit Kind(ern) ausschlaggebend ist:

Checkliste Camping mit Kindern:

  1. Basics 
    1. (Familien-)Zelt
    2. extra V-Heringe & Hammer
    3. Abspannseile
    4. Zeltunterlage (auch Footprint genannt)
    5. Wurfzelt als extra Kinderzimmer oder Teens Room
    6. bequeme Isomatten, empfehlenswert als Familie auch eine Doppelisomatte
    7. Schlafsäcke für die Erwachsenen
    8. mitwachsende Kinderschlafsäcke
    9. Kissen. Regenschutz für das Zelt, wenn der Regen mal heftiger ausfallen sollte
    10. Vorzeltteppich (damit kein Schmutz in die gute Stube gelangt)
  2. Möbel:
    1. Campingstuhl
    2. Campingtisch
    3. Hängematte (zum Entspannen oder auch als Schaukelersatz)
    4. Luxus: Falthochstuhl für Kinder von 6 – 36 Monate (damit Baby nicht immer auf dem Arm oder Schoß sein muss)
  3. Kochen:
    1. Campingkocher
    2. Campingtopfset
    3. Campingbesteck und -geschirr
    4. Kühlbox (mit Strom oder falls ohne Strom dann mit passenden Kühlakkus)
    5. geeignetes Öko-Spülmittel
    6. Spülschwamm und -bürste
    7. Geschirrtücher & Putzlappen
    8. Spülschüssel
    9. faltbarer Wasserkanister
  4. Good to have:
    1. Taschenmesser als Multi-Tool
    2. Wäscheleine
    3. Handwaschmittel
    4. Ohrstöpsel
    5. Picknick-Decke
    6. Campingtoilette wie ein Portapotti für den Notfall
    7. extra Campinggeschirr für Kinder (macht den Kids einfach Spaß)

Zelten mit kleinen Kindern: unsere Erfahrungen, Tipps zum Zelten und ein kleines Fazit

Unseren ersten Zelturlaub mit Nachwuchs verbrachten wir in der italienischen Schweiz im Tessin mit Baby, damals 6 Monate alt, und einem 4 jährigen Kleinkind. Große Vorerfahrung hatten wir zu diesem Zeitpunkt nicht. Die paar Male Zelturlaub als Kind zählen in meinen Augen weniger, denn das echte Zelten mit all seinen Herausforderungen erlebt man ja dann doch erst als Erwachsener. Wir gingen die Sache also relativ naiv an, Kofferraum auf, günstiges Zelt rein, Campingkocher und ein bisschen Geschirr dazu und ab die Post. Vorräte wurden vor Ort in der Schweiz gekauft (Fehler, vor allem den lieben Geldbeutel betreffend), lediglich den Campingplatz hatten wir vorab gebucht – 4 Nächte im Maggiatal im Hochsommer mit Nächten, die nicht unter 18 Grad haben sollten.

Was beim Zelten mit kleinen Kindern positiv in Erinnerung geblieben ist:

  • Unsere Vierjährige hatte großen Spaß, sich frei auf dem Platz bewegen zu können, ohne Aufsicht zum Spielplatz zu dürfen und schnell auf andere Kinder zu treffen. Das Schlafen im Zelt war für sie ein großes Abenteuer.
  • Das Baby war auch sehr zufrieden, die leuchtend blauen Zeltwände waren eine aufregende und dennoch sichere Umgebung. Erste Krabbelversuche konnten hier problemlos durchgeführt werden. Als Stillbaby waren die Nächte genauso wie daheim, für Fläschchen und Co musste also nicht gesorgt werden.
  • Kinder zufrieden und sicher “platziert” = Eltern zufrieden und entspannt. Die beiden waren auf ihre Art beschäftigt und so hatten wir wohl das erste Mal als Eltern von zwei kleinen Kindern endlich wieder Zeit für uns, schöne Gespräche und das ein oder andere Gläschen Wein unter freiem Himmel.
  • Preis(-Leistung): Camping ist vor allem dann günstig, wenn die Ausrüstung schon vorhanden ist, oder ausgeliehen werden kann. Wir haben auf einem Campingplatz mit einer normalen Ausstattung (Spielplatz, Restaurant, saubere Sanitärhäuschen, begrünte Stellplätze) pro Nacht circa 40 Euro in der Schweiz gezahlt. Auf größeren Campingplätzen mit mehr Angebot wie z. B. mit Pool, Kinderaktivitäten etc. müsst ihr natürlich tiefer in die Tasche greifen, bekommt hier aber auch mehr geboten. Verglichen mit einem Hotelurlaub ist Camping definitiv günstiger.

Die Schwierigkeiten und was wir daraus für zukünftige Urlaube gelernt haben

  • Zelt von innen nass: trotz regenfreier Nächte waren die Zeltwände in der Früh nass und es tropfte regelrecht von der Decke – Kondensfeuchtigkeit! Die Kinder hat es wenig gestört, uns jedoch umso mehr. Lösung: 1. Größe: je größer das Zelt, desto weniger stoßt ihr mit Schlafsack und Co an die Wände. Je mehr Luft ihr zwischen euch und der Zeltwand habt, desto kleiner ist auch das Risiko von Nässe im Inneren des Zeltes. 2. Zelteingang: Zwei Eingänge erhöhen die Luftzirkulation im Zelt und beugen Nässe vor. 3. Qualität des Zeltes: Doppelwandige Zelte sind nicht so anfällig für Kondenswasser an den Wänden. 4. Footprint verwenden: Eine Zeltunterlage verringert die Problematik von aufsteigender Bodenfeuchtigkeit.
  • Harte, ungemütliche Nächte: Über die Isomattenwahl hatten wir nicht wirklich nachgedacht, es kam einfach das mit, was im Keller zu finden war. Das Fazit waren super harte, ungemütliche Nächte. Eine hochwertigeIsomatte, die ihr am besten vorab testen könnt, ist hier das A und O für einen bequemen Schlaf. Es lohnt sich! Isomatte oder Luftmatratze? Am besten eine Kombination von beiden.
  • Umgebungsgeräusche: Unser Campingplatz lag umgeben von Bergen und Flusstälern inmitten der Alpen – leider nur einen Steinwurf von einer recht befahrenen Straße entfernt. Inzwischen überprüfen wir jeden Campingplatz vor der Buchung über den Google Maps Kartentyp “Satellit”, mit dem ich die Umgebung besser einschätzen kann. Scheint uns eine Straße zu nah am Platz, buchen wir diesen nicht. Für den Notfall sollten natürlich auch Ohropax auch fehlen.
  • Trockene Vorräte von Zuhause mitnehmen: Na klar, ihr zieht nicht in den Dschungel, sondern plant vielleicht nur einen Kurztrip nach Südtirol. Auf gewisse Gewürze, Babynahrung etc. möchte man dennoch nicht verzichten, weshalb es sich lohnt, eine kleine Box an Vorräten mitzubringen. Auch kann es sein, dass die Basics im Ausland wie z. B. in der Schweiz deutlich teurer sind. Eine Grundausstattung vom Nötigsten lohnt sich also allemal.
  • Spülschüssel nicht vergessen: Auf unserem ersten Campingtrip hatten wir lediglich Tüten vom Einkauf, um das dreckige Geschirr zum Spülen zu bringen. Geht natürlich auch, ist aber sehr umständlich. Inzwischen haben wir immer eine kleine, faltbare Spülschüssel mit geeignetem Zubehör (Outdoor-Spülmittel etc.) dabei, die sich auch anderweitig (bspw. als Buddeleimer) einsetzen lässt.

Fazit: Mit ein bisschen Vorausplanung und einer kleinen Checkliste zum Thema Camping mit Kindern ist das Zelten auch mit den Kleinsten kein Problem. Im Zentrum dieses Urlaubs steht definitiv die Zeit gemeinsam als Familie, das Naturerlebnis und die gewisse Prise Abenteuer, die einen Zelturlaub fast schon zu einem Pflichtpunkt auf der Family Bucket List macht. Wenn ihr doch etwas mehr Komfort auf Reisen wünscht, dabei trotzdem spontan und frei bleiben möchtet, ist für euch vielleicht ein Campingurlaub im Wohnmobil eine weitere Option.

Teil 2: Wohnmobil mieten oder kaufen? Vanlife mit Kindern

Bereits vor Corona begann der WohnmobilTrend Fahrt aufzunehmen – und das nicht nur weiterhin unter sonnenliebenden Pensionisten und sinnsuchenden Mittzwanzigern. Auch Familien konnten die boomende Wohnmobilbranche für sich entdecken, um in Deutschland, Europa oder sogar in der ganzen Welt mit der fahrbaren Wohnstube auf Entdeckungsjagd zu gehen, dabei maximal flexibel zu bleiben und trotzdem alles dabei zu haben.

Klar ist jedoch, ein Wohnmobil ist teuer, vor allem wenn ihr es neu kauft. Auch gebrauchte Modelle sind selten als Schnäppchen zu bekommen und wenn dem so ist, dann schadet ein zweiter geschulter Blick unter die Motorhaube nicht. Ein gebrauchtes Wohnmobil solltet ihr vor allem nach der Sommersaison kaufen, denn dann verkaufen viele Vermietungsfirmen ihre neuen, meist nur in einer Saison vermieteten Modelle günstiger.

Vanlife mit Kindern
Das Haus immer dabei - © familienurlaub.eu

Wann lohnt sich der Kauf eines Wohnmobils?

Als blutige Einsteiger in die Wohnmobilwelt solltet ihr vorerst mieten, um einen ersten Einblick in diese Urlaubsform zu bekommen. Generell wird gesagt, dass sich ein Wohnmobilkauf vor allem dann lohnt, wenn ihr mindestens 6 Wochen damit im Jahr auch verreist. 

Im Vergleich: Mietet ihr ein Wohnmobil in der Nebensaison, könnt ihr ein kleineres Modell bereits ab 80 € am Tag finden. In der Hauptsaison könnte das gleiche Modell sogar das Dreifache am Tag kosten. Wer also jeden Sommer mit der ganzen Familie in Europa mehrere Wochen im Wohnmobil verreisen möchte, wird von einem Kauf definitiv profitieren. 

Wohnmobil kaufen oder mieten – unsere Erfahrungen

Wir bevorzugen die eigene Anreise und verbinden (lange) Flugreisen vor allem mit Stress und Unflexibilität. Außerdem fanden wir auch schon vor dem Abenteuer Familienurlaub Roadtrips toll und möchte diese auch mit Kindern nicht missen. Uns geht es darum, viel zu entdecken, dabei den Bedürfnissen der Kinder auch gerecht zu werden und sie mit ständigen Orts– und Unterkunftswechseln nicht zu überfordern. 

Nachdem wir zwei Urlaube in einem gemieteten Wohnmobil verbracht hatten, kristallisierte sich langsam der Wunsch heraus, ein eigenes Fahrzeug dieser Art zu besitzen, um noch flexibler reisen zu können. Denn besonders, was die Wörtchen Flexibilität und Spontanität betreffen, zeigten sich bei unseren gemieteten Wohnmobilen immer ähnliche Herausforderungen bzw. Einschränkungen.

Wohnmobil mieten – unsere Nachteile: 

  • Übernahme und Abgabe: Meist mussten wir das Wohnmobil in einer anderen Stadt abholen und somit nervige Kilometer mit einem viel zu kleinen, vollgestopften PKW (und genervten Kindern) überstehen. Die eigentliche Reise beginnt damit selten vor der eigenen Haustür.
  • Apropos vollgestopft: Wer nicht immer teure Extras wie Wäsche- oder Geschirrpakete hinzubuchen möchte, muss Kochutensilien, Bettzeug und Co selber mitnehmen und hat damit mehr Vorbereitungs- und Transportstress.
  • Das Wetter war nicht immer auf unserer Seite, doch selten können die Buchungszeiten von gemieteten Wohnmobilen mir nichts dir nichts verändert, oder gar storniert werden, wenn es im gebuchten Zeitraum zu Dauerregen oder 40 Grad plus kommen sollte. 
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Kastenwagen oder lieber Alkoven? Mietet ihr, könnt ihr unterschiedliche Modelle testen. - © familienurlaub.eu

Vorteile des Wohnmobil-Mietens:

  • Für Unentschlossene und Neueinsteiger: Wer sich nicht sicher ist, sollte sich kein Wohnmobil kaufen. Lieber einmal zu viel gemietet, als einmal zu viel gekauft.
  • Unterschiedliche Modelle testen: Die Welt der Wohnmobile ist riesig. Über das Mieten könnt ihr die neusten Modelle in voller Aktion testen und wer weiß, vielleicht wird es ja dann doch die Allzweckwaffe VW Bus (siehe unten: VW Bus oder Wohnmobil) oder der gemütliche Wohnwagen.
  • Camping macht euch Spaß, aber ihr möchtet auch andere Urlaubsformen genießen? Wie oben schon angesprochen: Die Anschaffung eines Wohnmobils ist nicht mit dem Kauf eines Kühlschranks zu vergleichen – sofern ihr ein neues Modell im Auge habt. Wer nicht vor hat, mindestens 6 Wochen im Jahr damit in den Urlaub zu fahren, sollte eher mieten.

Wo Wohnmobil mieten – Welcher Vermieter ist der beste?

Die Zahl der Neuzulassungen von Wohnmobilen steigt von Jahr zu Jahr. Nicht nur entscheiden sich immer mehr Privatpersonen für einen Kauf, auch sprießen immer mehr Vermietungsunternehmen aus deutschen Böden. Die Urlauber haben also die Qual der Wahl und aufgrund der großen Preisunterschiede der Unternehmen lohnt sich ein Vergleich der Anbieter sehr. Kunden können in der Nebensaison bei einem dreiwöchigen Urlaub in einem Alkoven-Wohnmobil bspw. im Schnitt 30% sparen. 

Laut einer Studie des Deutschen Institut für Service-Qualität aus dem Jahr 2019 sind die sechs bestbewertesten Wohnmobil-Vermieter McRent, Rent easy, Reisemobil-Portal, Roadsurfer, Roadfans und DRM. Sie schnitten alle mit dem Qualitätsurteil “gut” ab.

Wohnmobil mieten – Was ist zu beachten?

Neben dem Vergleichen der Preise je nach Wohnmobilvermieter solltet ihr vor dem Mieten auch die Punkte wie Online-Buchung, Abholung und Abgabe, Führerschein, Freikilometer, Kaution und Haustiere beachten.

  1. Bei den meisten Vermietern ist eine Online-Buchung problemlos durchführbar. Hier sollte jedoch beachtet werden, wo sich die Mietstation befindet. So verfügen manche Vermieter nur über eine Mietstation, wo das Mobil entgegengenommen und natürlich auch wieder abgegeben werden muss – ein Bringdienst zum Heimatort ist zwar häufig gegeben, nur dass dieser auch gut ins Geld gehen kann.
  2. Bei einer Anmietung eines Wohnmobils solltet ihr auch die enthaltenen Freikilometer beachten. Nicht alle Mietpreise enthalten unbegrenzte Freikilometer, sodass ein spontaner Trip in die Ferne möglicherweise mehr kosten könnte, als gedacht.
  3. Welchen Führerschein benötige ich für ein Wohnmobil? Mit einem Führerschein der Klasse B dürft ihr Wohnmobile mit einer Gesamtmasse von bis zu 3,5 Tonnen mieten. Viele Vermieter verlangen übrigens ein Mindestalter von 21 Jahren. Ist euer Traumwohnmobil schwerer, dann ist die Führerscheinklasse C1 vonnöten. Der Führerschein sollte zudem mindestens seit einem Jahr im Besitz des/der Fahrer/in sein.
  4. In den meisten Fällen verlangt der Vermieter eine Kaution in der Höhe von 1000 und 2000€, die je nach Angebot in bar oder per Kreditkarte zu hinterlegen ist.
  5. Dürfen Haustiere in Wohnmobil mit? Ob Hund, Katze oder Hamster mit auf Reisen dürfen, entscheidet der Vermieter. Meist fallen hier Aufpreise an, da der Reinigungsbedarf größer ist. 

Was im Miet-Wohnmobil mitnehmen?

Was bereits an Bord ist, wird vom jeweiligen Angebot definiert. Standard ist natürlich die Bedienungsanleitung für das Fahrzeug, meist auch Warntafeln für das EU-Ausland sowie Warnwesten und der obligatorische Erste-Hilfe-Kasten. Viele Mietmobile verfügen auch über eine gefüllte Gasflasche, Zubehör für die Sanitäranlagen, Sonnensegel sowie häufig über Fahrradträger. Als Normalos in Sachen Autofahren ist für uns auch eine Rückfahrkamera obligatorisch, die ihr ebenfalls über die Vermietung erhaltet.

Geschirr, Kochutensilien, Bettwäsche und Handtücher bringt ihr meist selbst mit oder bucht beim Vermieter ein entsprechendes Set hinzu, das natürlich extra kostet.

Wir haben die Erfahrung gemacht, dass ein langes Verlängerungskabel für die Anschlüsse auf Campingplätzen nicht immer zur Standardausstattung des Campers zählt. Auch ist selten eine Gießkanne an Bord vorhanden, die jedoch dann benötigt wird, wenn Frischwasser aufgefüllt werden muss, aber kein Schlauch für die Befüllung am Campingplatz gestellt wird. So mussten wir im Ausland auch schon mal einen Baumarkt aufsuchen, um auf dem Platz an Strom zu kommen, oder Wasser aufzufüllen. Hier also am besten bei der Vermietung nachfragen, ob die genannten Hilfsmittel bereits an Bord sind.

Mitnehmen solltet ihr natürlich die passenden Kindersitze, manche Vermieter bieten inzwischen aber auch auf Anfrage Mietkindersitze an.

Übrigens: Den Mietvertrag unbedingt mit auf die Reisen nehmen und sicher verstauen, denn dies ist die Nutzungslegitimation für euer Reisemobil.

Camper-Modelle im Überblick: Welches Wohnmobil passt zu mir?

Im Wohnmobilisten-Fachjargon unterscheidet man zwischen:

  • Camping-Bus: z. B. der beliebte “Bulli” auf Basis eines VW-Busses, ein Mercedes Vito, oder auch die günstige Variante von Ford Transit. Hier urlaubt ihr ohne Nasszelle, meist jedoch mit einer kleinen Kochzeile und schlaft komfortabel im Dachzelt oder/und im Wohnraum/Heck. Bei der kompakten Variante geht kein Fahrgefühl verloren, ihr seid flink und wendig auf allen Straßen unterwegs und habt keine Probleme mit Höhenlimitierungen auf Parkplätzen oder Straßen. Diese Urlauber passen zum Camping-Bus: Freunde des Campingbusses genießen die kompakte Größe, das Fahrgefühl und damit auch die Spontanität und haben keine Probleme, auf engem Raum alles unterzubringen sowie das ein oder andere umzubauen, um aus dem schnuckeligen Wohnraum ein Bett zu zaubern. Ideal für Städtetrips und Wochenendausflüge als Familie mit 2 Kindern.
  • Kastenwagen: Wem der VW-Bus zu klein ist, ein bisschen mehr Raumgefühl möchte und eben doch alles an seinem Platz sehen will, ohne auf einen Ausflug in die nächste Stadt verzichten zu müssen (da zu groß, zu lang, oder zu umständlich beim Wenden), der könnte mit einem Kastenwagen glücklich werden. Hier seid ihr zwar nicht mehr ganz so wendig wie im Camper-Bus, dennoch sind kleine Gassen und auch das Parken in der Stadt machbar. Mit einer Länge von maximal 7 Metern könnt ihr auch kleine Plätze zum Übernachten anfahren und seid damit flexibel bei eurer Platzwahl. Der Kastenwagen ist perfekt für alle Wohnmobileinsteiger, die mobil bleiben möchten, ohne auf den typischen Wohnmobil-Komfort zu verzichten. Zu Viert schlaft ihr in euren Festbetten im Heckbereich bzw. im Hubbett über der Tischgruppe. Gesellt sich noch ein 3. Kind dazu, dann kann auch die Tischgruppe in der Regel zu einem Bett umgebaut werden – ist zwar nun deutlich enger, aber durchaus noch machbar.
  • Teilintegriert: Etwas größer mit bis zu 9 Metern Länge zeigt sich das teilintegrierte Wohnmobil. Hier bekommt ihr wieder etwas mehr Stauraum und nun auch eine Heckgarage, die für noch mehr Ordnung sorgt. Der Unterschied zum Alkoven ist das Fehlen der Nase, also dem Festbett über dem Fahrerhaus, sodass ihr an Höhe einspart und euch ebenfalls in der Stadt in engeren Straßen frei bewegen könnt. Wie in vielen Kastenwägen auch habt ihr in der Regel ein Hubbett über der Sitzgruppe. Also das ideale Wohnmobil für Familien mit 2 Kindern, wenn ihr noch mehr Stauraum möchtet. 
  • Alkoven: Mehr Kinder an Bord und damit ein Wohnmobil für 6, oder gar 7 Personen gesucht? Im Alkoven kein Problem! Mit bis zu 8 Schlafplätzen ist ein Alkoven-Wohnmobil für alle Familien gedacht, die entweder mehr als 2 Kinder, oder auch mal die Großeltern an Bord haben. Zu Viert reist hier ihr wie im Ferienhaus – großzügig und mit viel Stauraum. Das zeigt sich auch auf den Straßen und auf Plätzen – tiefe Brücken, enge Tunnel und Spritztouren durch die Altstadt sind weniger empfehlenswert. 
  • Vollintegriert: Panoramascheibe, Pilotensitze, luxuriöses Raumgefühl – im vollintegrierten Wohnmobil seid ihr mehr Adel als Camper. Separate Dusche, geräumiges Doppelbett mit einfachem Einstieg – diese Klasse ist vor allem für Paare gedacht, die mit viel Luxus campen möchten. Aber auch als Familie findet ihr hier Platz, da es einige Modelle mit elektrischem Hubbett gibt. Wie auch der Alkoven ist der Vollintegrierte nicht für Städtetrips geeignet, sondern möchte sich eher in der weitläufigen Natur präsentieren.
Teilintegriertes Wohnmobil
Viel Platz bietet eine Heckgarage - © familienurlaub.eu

VW Bus oder Wohnmobil: ein persönlicher Erfahrungsbericht

Als Familie mit zwei Kindern suchen wir schon seit Jahren das perfekte Urlaubsmodell, das genau unseren Vorstellungen entspricht. Wir wollen flexibel bleiben, wenn das Wetter mal nicht mitspielt, auch spontan den Ort wechseln können und trotzdem mit Komfort reisen. Utopisch sagt der eine, herausfordernd der andere. Ja, in der Tat sind unsere Erwartungen an Familienurlaube manchmal etwas zu hoch gesetzt und dass die Kinder inzwischen auch ein Wörtchen mitreden möchten, macht das Unterfangen nicht einfacher. So auch die Wahl des richtigen Reisemobils. 

Kastenwagen Wohnmobil
Wohnraum im Kastenwagen - © familienurlaub.eu

Warum wir uns vorerst für einen VW Bus entschieden haben, …

Die Entscheidung, eines Tages einen VW Bus zu kaufen, fiel uns weniger schwer. Das Multitalent ist für den Alltag, Ausflüge und auch für längere Reisen gleichermaßen geeignet. Zudem sind wir bereits als Kinder in die Bulli-Welt eingetaucht, eine emotionale Komponente, die uns immer näher zum Kauf rückte, gab es damit auch. Schließlich fiel die Wahl auf einen VW T6 California Beach mit 4 Sitzen. Also dem Einsteigermodell ohne Küche, dafür mit einer extra breiten Liegefläche von 1,50 m unten und im Aufstelldach 1,20 m, mit einer Länge von jeweils 2 m – somit ideal für eine vierköpfige Familie.

Die ersten Campingurlaube folgten, doch mehr als 3 Nächte am Stück im Bus waren uns zu unkomfortabel. Das ständige Umbauen der Betten, die fehlende Küche, keine Möglichkeiten für Pipi und der kaum vorhandene Wohnraum für regnerische Tage jagten uns nach wenigen Tagen immer wieder in eine Ferienwohnung bzw. ins Hotel.

Ok, vielleicht sind wir Weicheier, aber für eine Woche+ reichte uns der Komfort nicht aus. Im Alltag, auf (Wochenend-)Ausflügen und um Ferienhäuser an Orten in Europa zu erreichen, die eben nicht um’s Eck waren, sondern eine Zwischenübernachtung auf der Anreise verlangten, liebten wir das praktische Mobil. Immer einsatzbereit, als Allradwagen auf jedem Gelände treu und sicher, für Einkäufe, als Umzugshelfer und für das Wochenende somit ein idealer Begleiter.

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Passt gerade so auf einen Standardparkplatz - © familienurlaub.eu

… um dann doch ein Wohnmobil zu kaufen,…

Auf längeren Reisen blickten wir immer wieder neidisch auf größere Campervans, wenn die Insassen z. B. ganz lässig mit einer dampfenden Bratpfanne ausgestattet aus dem Gefährt mit windgeschützter Kochoption schlenderten, um das frisch zubereitete Essen zu servieren, sich danach in die bereits stehenden Betten kuschelten, ohne den Gedanken daran zu verschwenden, wie und wo das nächtliche Geschäft passieren sollte. 

Und plötzlich stand vor uns das Schnäppchen: Ein neuer Weinsberg Kastenwagen auf der Basis eines Fiat Ducatos mit dem vielversprechenden Namen CaraBus, der uns mehr Freiheit gewähren sollte. Ein gemütliches Festbett im Heck, das andere Hubbett über der Sitzgruppe platziert, ein kleines Minibad mit Dusche und Campingtoilette und dabei trotzdem noch recht kompakt in seiner Größe mit einer Länge von 6 Metern. Zwar hatte das gute Fahrzeug keine AutomatikSchaltung und auch keinen Allradantrieb, dafür war es deutlich günstiger als Modelle, die mit einer langen Wartezeit erst zu haben waren. Wir schlugen zu und behielten vorerst unseren Bulli.

Wildcampen Waldrand
Wildcampen mit dem Wohnmobil - © familienurlaub.eu

… um dieses mit dem VW Bus zu vergleichen…

Der Spontankauf des Wohnmobils zwang uns zum direkten Vergleich, welches Fahrzeug besser zu unseren Bedürfnissen als reisende Familie passen würde: Bulli oder Carabus, also VW California oder Wohnmobil – beide Brummies standen ja nun vor unserer Haustür. Wir entschieden uns, den Verkauf des Bullies nach hinten zu schieben und das neue Reisegefühl im Wohnmobil erst einmal auszutesten – aber eben in unserem Tempo und ohne Druck einer Vermietungsfirma im Hintergrund. Bei Nichtgefallen stand zwar das Risiko des Wertverlustes bei einem Verkauf des Wohnmobils im Raum, dafür hatten wir nun maximale Flexibilität. 

Es folgten eine Reise nach und durch Norddeutschland für 10 Tage sowie knappe 3 Wochen durch Italien – zu Viert im Wohnmobil selbstverständlich. Daraus ergaben sich unsere Vorteile des Reisens im Wohnmobil:

Wohnmobil Norddeutschland Ausflüge
Mit dem Wohnmobil durch Norddeutschland - © familienurlaub.eu

5 Vorteile des Wohnmobils:

  • Ein Haus auf 4 Rädern: Überall seine 7 Sachen dabei, die Kinder sind stets in ihrer gewohnten Umgebung und haben immer ihren kleinen Rückzugsort, egal wo man sich gerade befindet.
  • Mehr Komfort: bei schlechtem Wetter trotzdem im Trockenen frühstücken, der nächtliche Toilettengang ist auch kein Problem mehr. Eine kluge Raumaufteilung trennt Schlafbereich vom Wohnbereich und schafft damit neben Ordnung auch mehr Raum.
  • Kochen und essen: alles easy peasy mit dem Küchenblock, von der Vorbereitung, über das Zubereiten bis hin zum Servieren und dem Verspeisen natürlich. Der Platz ist ausreichend und wenn es draußen dann doch mal zu windig wird, könnt ihr entspannt drinnen dinieren. 
  • Mehr Flexibilität: kein mühsames Ab- und Aufbauen des Zeltes/ Umbau des Bettes oder Abkoppeln des Wohnwagens mehr. Ihr seid maximal flexibel und könnt euren Aufenthaltsort je nach Lust und Laune jederzeit wechseln.
  • Wildcamping: Zur Wiederherstellung der Fahrtüchtigkeit “dürft” ihr z. B. in Deutschland an öffentlichen Plätzen auch mal eine Nacht verbringen, sofern der Ort nichts Gegenteiliges sagt (Beschilderung beachten). Mit einem aufgestellten Hochdach im VW Bus ist man doch recht präsent unterwegs, im Kastenwagen geht das deutlich dezenter und man fühlt sich auch z. B. in Städten sicherer.

Im Verlauf der insgesamt vier Wochen Urlaub im Wohnmobil stießen wir immer wieder auf ein paar Punkte, die uns an dem neuen Gefährt störten. An dieser Stelle muss gesagt werden, dass die Negativpunkte zum einen modellabhängig sind, zum anderen auch unserer subjektiven Wahrnehmung entsprechen.

4 Nachteile des Wohnmobils (im Vergleich zum VW Bus)

  • Fahrgefühl: Ohne Allrad und eben doch ein dicker Brummi. So smooth und elegant fühlten wir uns im Wohnmobil nie, zwar waren wir stets eine Stufe höher als bspw. SUVs und hatten damit auf der Autobahn den Überblick, in kleinen Straßen, auf Schotterpisten und bergauf zeigte sich der gemütliche Kastenwagen jedoch laut und etwas schwerfällig.
  • Parken: Rückwärts einparken? An einer befahrenen Straße in die Lücke gleiten? Vor kleineren Supermärkten einen Platz finden? Auch hier hatte der Kastenwagen seine Grenzen, oft mussten wir dann doch 2-3 Runden länger nach einer geeigneten Parkmöglichkeit suchen. Zudem funktionierte die Rückfahrkamera hin und wieder nicht, was das Unterfangen nicht gerade erleichterte. Ach, und parken in Parkgaragen mit einer Höhenbeschränkung von 2 Metern – geht natürlich nicht mit dem Wohnmobil.
  • Optik: Ok, ok, das ist jetzt extrem subjektiv. Der VW Bus ist ein Kultfahrzeug, der Kastenwagen ist eben, nun ja, ein Kastenwagen. Uns hat der VW Bus optisch schon immer mehr angesprochen, auch das Interieur betreffend.
  • Alltagstauglichkeit: Für eine Reise? Top! Für ein Wochenende? Auch Top! Für den Alltag? Flop! Das Wohnmobil ist ein reines Reisemobil und zeigt sich im Alltag zu groß, unhandlich und wenig geeignet für Stadt und Co.
  • Nasszelle & WC: Für’s Nötigste reicht es aus, für gemütliches Duschen und für geruchsarme, komfortable Toilettengänge ist es nichts für Zartbesaitete. Das ständige Leeren (mit 2 Kindern einmal am Tag) der Chemietoilette muss man akzeptieren, wenn man die Toilette regelmäßig nutzen möchte.
VW Bus Allrad
Flexibel bleiben mit dem VW Bus - © familienurlaub.eu

…und am Ende die letzte Rose dann doch dem VW-Bus zu geben 

Schon während der Reise in Italien im Wohnmobil vermissten wir irgendwie die Flexibilität unseres Busses, auch wenn dies bedeutet hätte, mehr Zeit in Ferienwohnungen und -häusern unseren Urlaub zu verbringen, da sich die Nachteile des Bullis ja nicht einfach so in Luft aufgelöst hätten. Im Leben geht es ja immer um eine Kompromisslösung, zur Not könnten wir ja auch länger im VW nächtigen – mit den Einbußen von Komfort natürlich. 

Camping oder Ferienwohnung? Wir möchten uns nicht entscheiden. Mal naturnahes Camping in der Eifel (mit dem VW Bus easy machbar), mal ein herzliches Familienhotel in Österreich und eben auch mal das rustikale Steinhäuschen in den Pyrenäen (mit einer Zwischenübernachtung im Bus): Wir lieben und leben den Wechsel, das wurde uns vor allem auf den Reisen im Wohnmobil bewusst. 

Mit einem VW Bus sind wir alltagstauglich unterwegs und können trotzdem auf Reisen etwas erleben. Die Entscheidung fiel uns somit nicht schwer: der VW Bus blieb in unserer Garage.

Ende gut, alles gut? Der Brummi musste also wieder weg, ein kurzer Abschied, denn der Verkauf ging schnell vonstatten. Immerhin hatten wir ein neues, kaum genutztes Wohnmobil vor der Tür stehen und Corona spielte uns auch in die Taschen: denn Vanlife boomt, das autarke Reisen mit dem Wohnmobil ist beliebt wie nie zuvor. Am Ende zahlten wir für unsere Testphase im gekauften Wohnmobil in etwa so viel wie für eine Reise im gemieteten Mobil. 

Wohnwagen oder Wohnmobil?
Auf vielen ländlichen Plätzen dürfen nur Wohnmobile stehen - © familienurlaub.eu

Wohnwagen mit Kindern oder doch lieber Wohnmobil? – Vor- und Nachteile

Der Wohnwagen wird selbsterklärend an euer Alltagsfahrzeug gekoppelt und begleitet euch von der Haustür bis zum Zielort. Damit hat der Wohnwagen gegenüber dem Wohnmobil so manch einen entscheidenden Vorteil, vor allem, wenn es um das Reisen mit Kindern geht. Ob das Wohnmobil am Ende doch mehr zu euch passt, entscheidet am Ende euer individueller Reisestil.

Vorteile des Wohnwagens gegenüber dem Wohnmobil

  • Flexibilität am Zielort: Die Platzwahl steht. Ihr habt es euch vorort schon gemütlich gemacht, das Vorzelt aufgebaut und jetzt fehlt nur noch das Abendessen. Sei es ein Restaurantbesuch in der Altstadt oder der Gang in den nächsten Supermarkt: euer Tiny House darf stehen bleiben, ihr fahrt entspannt im PKW zum Einkaufen, in die City oder auf Ausflüge. Damit seid und bleibt ihr flexibler im Urlaub.
  • Günstiger in der Anschaffung: Wohnwägen sind deutlich preiswerter als Wohnmobile.
  • Raumgefühl: Im Wohnwagen habt ihr in der Regel ein praktisches Raumkonzept, jede Ecke wird wohnlich genutzt, oft gibt es familienfreundliche Grundrisse mit Kinderzimmer, Stockbetten und wohnlichen Essecken. Da das Fahrerhäuschen wegfällt, habt ihr mehr das Gefühl von einem echten Zuhause.
  • Für Familien mit mehr als 2 Kindern ideal: Große Familien finden bessere Raumkonzepte beim Kauf/Mieten eines Wohnwagens im Vergleich zum Wohnmobil. Der Wohnwagen für Familien mit 3 Kindern + ist keine Seltenheit mehr.
  • Mehr Ordnung und weniger Pflege: ein Wohnwagen lässt sich leichter ordentlich halten und ist auch mit wenig Pflege sowie Wartungsaufwand verbunden.
  • Fahrerlaubnis: Für Wohnmobile ab 3,5 Tonnen wird ein C-Klasse-Führerschein benötigt, für das Ziehen eines Wohnwagens der Hängerschein BE, der preiswerter und leichter zu erwerben ist als die C-Klasse.

Wohnwagen mit 3 Kindern plus: Die besten Wohnwagen für Familien

Für fünfköpfige und noch größere Familien gibt es inzwischen eine große Auswahl an geeigneten Grundrissen. Natürlich sind wir nun im Bereich der Wohnwagen mit einer Gesamtlänge von über 7 Metern. Alles steht im Zeichen der Stockbetten, so gibt es sogar die Möglichkeiten von Dreier-Stockbetten im Familienwohnwagen.

Die beliebtesten Wohnwagen für Familien mit 3 Kindern:

  • Dethleffs Nomad 560 FMK 3 er Stockbett: 5 Schlafplätze erwarten euch auf gerade einem 6,75 m und dabei handelt es sich dank der Dreier-Stockbetten um reine Festbetten, ihr müsst also zum Abend hin nichts mehr umbauen. 
  • Hobby De Luxe 545 KMF: Auf 7,42 m findet ihr euer Urlaubsglück. Hier habt ihr die Wahl zwischen Zweier- oder Dreier-Stockbett, auch die Sitzgruppe kann noch zusätzlich zu einem weiteren Bett umgebaut werden.
  • Dethleffs Camper 730 FKR: Mit 9,42 m ist der Dethleffs zwar ein riesiges Gefährt, dafür finden hier auch 7 Personen Platz dank der gegenüberliegenden Stockbetten, sofern ihr euch für diesen Grundriss entscheidet.

Der perfekte Wohnwagen-Grundriss für Familien

Die Vorteile überwiegen die Nachteile und ihr tendiert immer mehr dazu, einen Wohnwagen zu kaufen. Doch welcher Grundriss passt nun am besten zu euch?

Vorerst steht die Entscheidung an, ob ihr euch für einen Mini-Caravan mit einer Länge unter 6 m entscheidet, oder euch ein größeres Gefährt ab 7 m mehr zusagt. Mit kleineren Wohnwagen gleitet ihr selbstverständlich entspannter in die Kurven und seid damit spritziger unterwegs. Größere Wohnwägen bieten mehr Komfort und Raum für die Großfamilie. 

3 kleine Familien-Wohnwägen unter 6 Metern

  • Action 391 PH/LH: Sportlich, gemütlich und ein Hingucker. Die Gesamtlänge von gerade einmal 5,23 reicht für 3-4 Personen für einen komfortablen Urlaub. Die Essecke kann zur Schlaflandschaft umgewandelt werden, wo ihr als Eltern mit euren 1-2 Kinder Platz findet. Uns gefällt hier das Interieur und das Panoramafenster, aus dem ihr die Sterne von der Sitzgruppe oder aus dem Bett heraus bewundern könnt.
  • Adria Aviva 360 DK: Mit nur 5,53 m ist der Mini-Caravan ein kleines Raumwunder, denn alle 4 Familienmitglieder finden hier Platz zum Schlafen, Essen und für die Morgentoilette in der Nasszelle. Stockbetten im Heck für die Kleinen, die Sitzgruppe wird einfach zu einem Doppelbett nach dem Dinner umgebaut. 
  • CaraOne 390 PUH: Auf 5,93 m findet ihr ebenfalls vier Schlafplätze, eine super stylische Küche und ein Minibad. Das Clevere: ein Hubbett bietet einen Schlafplatz für zwei Personen, die Essecke kann ebenfalls zu einem Doppelbett umgebaut werden.

Nachteile des Wohnwagens

  • Fahrgefühl und Geschwindigkeit: Ein Wohnwagen sollte nur von geübten FahrerInnen gezogen werden. Mit einem wendigeren Kastenwagen ist das Fahrgefühl als Zugpferd eines Wohnwagens wenig zu vergleichen. Auch gelten beim Wohnwagen härtere Geschwindigkeitsbegrenzungen, sodass ihr insgesamt langsamer vorankommt.
  • Spontaneität & Stellplatzwahl: Einen geeigneten Stellplatz für den Wohnwagen zu finden, ist oft schwieriger als beim Wohnmobil, reine Wohnmobilstellplätze fallen weg und aufgrund der Zuglänge müsst ihr euch besonders in der Hauptsaison weit im Voraus anmelden, um einen freien Platz zu ergattern. Mal eben den Ort wechseln, ist eher mit Herausforderungen verbunden oder gar nicht möglich. Damit seid ihr auf Reisen mit dem Wohnwagen weniger spontan als mit dem Wohnmobil.
  • Abkuppeln und anhängen: Ihr seid am Zielort und möchtet gleich in den Urlaub starten? Halt, erst muss der Wohnwagen richtig platziert und abgekuppelt werden. Genau das gleiche Spiel natürlich auch bei der Weiterreise. Klar, man gewöhnt sich dran, aber für Hastige und Ungeduldige könnte dies ein Nachteil darstellen.
  • Unterbringung bei Nichtbenutzung: Zuhause darf der Wohnwagen nicht für einen längeren Zeitraum am Straßenrand abgestellt werden (das Wohnmobil kann überall an öffentlichen Plätzen und Straßen parken), sondern muss auf einem Privatgrundstück untergebracht werden. Nicht jeder hat eine hierfür geeignete Möglichkeit, sondern muss häufig eine weitere Garage/Stellplatz allein für den Wohnwagen mieten.

Ein Kinderzimmer im Wohnwagen?

Einige Wohnwagen-Grundrisse bieten sogar einen extra Spielbereich für Kinder. Hier können in einigen Fällen die Stockbetten hochgeklappt werden, sodass tagsüber ein Kinderzimmer entsteht, wo der Nachwuchs in Ruhe Playmobil spielen kann und Platz für Modelleisenbahn und Co findet. Ein Beispiel hierfür ist der Fendt BIANCO ACTIV 550 KMG 2021.

Zusammenfassung: Wohnmobil versus Wohnwagen

Das Reisen mit dem Wohnwagen ist komfortabler, vor allem wenn ihr bereits am Zielort seid, und das Tiny House auf Rädern hier für mehrere Nächte bleiben soll sowie auch bei euch zuhause eine Möglichkeit habt, den Wagen dauerhaft unterzubringen. Im Urlaub geht es dann mit dem eigenen PKW auf Ausflüge, zum Essen oder zum Einkaufen. So zieht ihr euer persönliches Ferienhaus immer an euren Lieblingsort. Möchtet ihr flexibler bleiben, den Ort häufiger wechseln, ohne FührerscheinErweiterung reisen und auch die Ausflüge mit eurer fahrbaren Einraumwohnung machen, seid ihr in einem schnittigen Wohnmobil unter 3,5 Tonnen besser aufgehoben. Der kann bei Nichtbenutzung auch ganz normal auf der Straße parken und euer nächstes Abenteuer warten.

Großes Camping-Fazit

Reicht ein Zelt im Kofferraum, oder darf es doch lieber ein familienfreundlicher Wohnwagen bzw. ein spritziges Wohnmobil sein?

Campingurlaub ist aufregend, im Trend, manchmal spartanisch, inzwischen jedoch auch sehr glamourös (siehe Glamping und die Bandbreite an Luxus-Wohnmobilen). Fast jede Familie kommt irgendwann mal zu dem Entschluss, sich im Campingurlaub auszuprobieren, denn Camping war schon immer eins: ein Familienurlaub. Die meisten starten wohl im einfachen Zelt und belassen es vielleicht auch bei dem einmaligen Erlebnis. Andere Familien mieten sich für besondere Trips gern mal ein Wohnmobil, um somit maximal flexibel zu bleiben, während wiederum manche ihren Sommerurlaub Jahr für Jahr am gleichen Fleck im eigenen Wohnwagen verbringen möchten. 

Welcher Camping-Typ ihr seid, ist so individuell wie jede Familie selbst.

Für uns als Vielreisende mit zwei Kindern ist der VW Bus mit Aufstelldach die ideale Lösung, da wir hier einerseits die Möglichkeit haben, im eigenen Auto zu schlafen und auf langen Reisen nicht immer auf Hotels angewiesen sind, andererseits flexibel bleiben und das Fahrzeug auch im Alltag nutzen können. 

Welche Lösung es am Ende für euch ist, erfahrt ihr am besten über das Ausprobieren der scheinbar unzähligen Möglichkeiten des Campingurlaubs. Viel Spaß dabei!

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